Kleine Eisbären groß zu bekommen, ist schon ein anstrengender Job. Tonja, die schon 2016 und 2017 Junge zur Welt brachte, weiß jetzt genau, worauf es dabei ankommt. Viel Wärme und fettreiche Muttermilch muss sie jetzt ihrem Kleinen geben, der am 1. Dezember geboren wurde. Die Bärin ist dabei inzwischen so routiniert, dass sie sich bei aller Fürsorge für ihr Baby locker auch einmal ein Päuschen gönnt.
Lautes Gemecker des Eisbär-Babys
„Bereits am zweiten Tag nach der Geburt ihres Jungtieres ging Tonja in die Nachbarbox der Wurfhöhle, um dort in Ruhe etwas zu trinken“, sagt Eisbären-Kurator Florian Sicks. „Im Gegensatz zu den Jahren davor verlässt die Mutter ihr Junges schon viel früher für ein paar Minuten. Dies war sonst erst Tage später der Fall.“
Das spricht sehr viel dafür, dass Tonja eine sehr erfahrene Eisbärenmama ist. Denn sie weiß, dass dem Jungtier nichts passieren kann, wenn sie sich kurz nur ein paar Schritte von ihrem Kleinen weit entfernt. Schließlich liegt es sicher und warm im Streu der Wurfhöhle.
„Allerdings ist das Geschrei bei dem Jungtier recht groß“, sagt Sicks. „Am Überwachungsmonitor ist sein lautes Gemeckere zu hören, wenn es bemerkt, dass die Mutter nicht mehr in der Nähe ist.“
Kurator Florian Sicks sieht am Laptop, wie die Eisbärin ihr Junges versorgt.
© Tierpark Berlin
Viel Energie tanken ist wichtig
Auch dann bleibt Tonja recht locker. Fängt das Kleine mit dem Gemecker an, tapst sie ganz zielgerichtet zu ihm, nimmt es sanft in ihre Tatzen und verwöhnt das Junge mit eine Extraportion Kuscheleinheiten.
Das Eisbärchen hat in der ersten Woche die Zeit mit viel Schlafen und Trinken (alle zwei Stunden) verbracht. So soll es auch in dieser Woche geschehen. Denn viel Energie tanken ist für das Junge, das noch winzig, blind und taub ist, überlebenswichtig. Erst Ende des Monats werden sich bei ihm Augen und die Gehörgänge öffnen.
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