Doch der Parteitag im Estrel-Hotel blieb ruhig. „Es gab viele Krisengespräche in den letzten Tagen, die Konflikte wurden im Vorfeld beigelegt“, sagte ein Parteistratege. Auf Platz 1 wurde mit 90 Prozent die Juristin Eva Högl (48) gewählt. Högl ist Innenexpertin, erlangte bundesweit Bekanntheit im NSU-Untersuchungsausschuss. „Das Ergebnis bedeutet richtig, richtig Rückenwind für mich“, sagte Högl. Ihr Ziel für die Wahl ist selbstbewusst: „Wir kämpfen um das Kanzleramt.“
Auch auf der Liste: Ex-Kulturstaatssekretär und Musikmanager Tim Renner (52). Er setzte sich gegen drei Konkurrenten durch. Renner sagte, er sei wegen seiner Kindheit als Sohn einer alleinerziehenden Mutter zum Sozialdemokraten geworden. „Sie wäre auf die Knie gegangen für Gratis-Kitas“, sagte er. Auch auf aussichtsreichen Listenplätzen: der Spandauer Bildungspolitiker Swen Schulz, Cansel Kiziltepe aus Friedrichshain-Kreuzberg (Finanzen), Klaus Mindrup aus Pankow (Energie) und Mechthild Rawert aus Tempelhof-Schöneberg (Gesundheit). Mehr als sechs Abgeordnete wird die Berliner SPD wohl nicht bekommen, zwei weniger als jetzt. Grund: FDP und AfD ziehen wahrscheinlich ins Parlament, das bedeutet weniger Sitze für die einzelnen Fraktionen.
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