Allet Jute zum Jeburtstag, Icke! Ein Jahr ist es her, dass Kabarettistin Marga Bach in den Räumen des ehemaligen „Kabarett Charly M.“ ihre Mundart-Bühne „Berliner Schnauze“ eröffnete. Ihr Plan ging auf: Die Sehnsucht der Berliner nach zünftigem Dialekt treibt die Menschen in Bachs kleinen Theatersaal. Zum ersten Geburtstag belebt sie nun eine andere Tradition neu: Das „jemeinsame Jeträller“!
Alte Berliner Lieder bei Kaffee und Kuchen
Die Idee: Ab 29. September können sangesfreudige Theater-Fans einmal im Monat am Sonntag um 16 Uhr zu ihr kommen, um zusammen bei Kaffee und Kuchen alte Berliner Lieder, Schlager und Volkslieder zu singen. „Ich will damit etwas für die Menschen tun, die vielleicht schon etwas älter und einsam sind, denn davon gibt es in Berlin ja einige“, sagt Marga Bach dem KURIER. „Und außerdem wird heute viel zu wenig gesungen, obwohl viele gern singen. Dieser Tradition möchte ich gern etwas Leben einhauchen.“ Das „Jeträller“ ist zugleich ihr Geschenk an die Berliner zum Geburtstag des Theaters.
In dem Gebäude befanden sich einst die Räume des kleinen Kabaretts „Charly M.“
© camcop media / Andreas Klug
Denn das erste Jahr war ein erfolgreiches. „Berlin ist voller Dialekte – hier leben Sachsen, Schwaben und Bayern, aber auch Leute aus dem Ausland. Die Leute sehnen sich danach, einen Ort zu haben, an dem sie ihrer eigenen Mundart wieder richtig fröhnen können. Dass sie endlich mal wieder eine Stelle haben, wo sie so reden können, wie sie es kennen.“ Deshalb sei das Angebot gut angenommen worden. „Ich merke, wie offen die Leute werden, wenn sie ihre Mundart hören – sie fühlen sich dann wie Zuhause.“
„Drei Jahre will ich auf jeden Fall hier bleiben"
Bach steht zumeist selbst auf der Bühne, hat das Programm aber auch um einige Gastspiele erweitert. „Wir bauen das Repertoire nach und nach aus, eins nach dem anderen. Ein Jahr habe ich geschafft, drei Jahre will ich auf jeden Fall hier bleiben. Aber das wird!“ Mit dem Theater hat sich die Schauspielerin einen Traum erfüllt. „Den Gedanken, so ein Haus zu eröffnen, hatte ich schon vor vielen Jahren. Woanders gab es immer Mundart-Bühnen, aber wir hatten sowas in Berlin nie.“ Schon im Alter von sieben Jahren lernte sie ihr erstes Instrument, sang später im Chor. „Ich sollte was Ordentliches studieren, entschied mich für Journalistik, aber habe nebenbei immer gesungen. Im Studium sagte mir eine Kommilitonin, ich müsse etwas aus meinem Talent machen.“
Ein Berliner Regisseur, bei dem sie vorsprach, entdeckte sie – der Weg über die Bühnen, später mit eigenen Programmen, begann. Lange spielte sie am Kabarett „Kneifzange“, als die Bühne schloss, wollte Bach sie übernehmen, es klappte nicht. „Als Charly M. schloss, war ich kurz vor der Rente, aber dachte: jetzt oder nie.“ Wie jung sie ist, verrät Bach nicht. Ihre Standard-Antwort: „Kurz vor ranzig“.
Sie habe die Entscheidung, das Haus zu öffnen, nicht bereut. „Ohne Risiko geht es nicht im Leben. Es gibt immer einen Anfang – und wenn man selbstkritisch ist, kommt man auch immer ans Ziel.“ Für die „Berliner Schnauze“ hofft sie nun auf hohe Gästezahlen, auch im zweiten Bühnen-Jahr. Der Start wird morgen um 19 Uhr mit einem Geburtstagsprogramm gefeiert. „Da gibt’s auch meine selbstgemachten Schmalzstullen, die ich Zuhause für die Theaterbesucher in Handarbeit vorbereite“, sagt sie und lacht.
www.berliner-schnauze-theater.com
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