Berliner Schloss

Vor dem Richtfest: KURIER bekommt erste Audienz

Drei Jahre nach Beginn der ersten Arbeiten ist der Rohbau fertig. Nach dem Richtfest nächste Woche dürfen die Berliner am 13. und 14. Juni die Baustelle besichtigen. Der KURIER bekam schon mal eine Schloss-„Audienz“

Gerhard Lehrke
Lesezeit 3 Min
Die Baustelle kann am 13. und 14. Juni besichtigt werden.

Die Baustelle kann am 13. und 14. Juni besichtigt werden.

© Sabeth Stickforth Lizenz

Blick in die künftige Eingangshalle, über der die Kuppel thront

Blick in die künftige Eingangshalle, über der die Kuppel thront

© Sabeth Stickforth Lizenz

Aus der Decke hängen rote Schläuche mit Messgeräten an den Enden - sie sind Teil der Kühlung des künftigen Museums.

Aus der Decke hängen rote Schläuche mit Messgeräten an den Enden - sie sind Teil der Kühlung des künftigen Museums.

© Sabeth Stickforth Lizenz

Manfred Rettig vor dem „Schlüterhof“: Er zeigt ein Bild, wie das Gebäude mit Barockfassade aussehen wird.

Manfred Rettig vor dem „Schlüterhof“: Er zeigt ein Bild, wie das Gebäude mit Barockfassade aussehen wird.

© Sabeth Stickforth Lizenz

Eine Animation zeigt die künftige Schloss-Pracht von innen.

Eine Animation zeigt die künftige Schloss-Pracht von innen.

© Sabeth Stickforth Lizenz

Sägen kreischen, Männer auf Hubkränen befestigen Fassadenteile, draußen werden die ersten der 3,5 Millionen Fassaden-Ziegel und der 2900 Schmuckelemente aus Sandstein vor den Beton gesetzt. Von Pracht ist aber noch nichts zu erkennen: Grauer Beton allerorten, ein paar dunkelrot gestrichene Stahlteile, rohe Treppenstufen.

Aber dafür sind die Aussichten beeindruckend, auch wenn die erste Audienz nur durch den ersten Stock führt, der einmal neben einer Museums-Bibliothek auf 4000 Quadratmetern eine Ausstellung über Berlin beherbergen soll: Man blickt auf das Alte Museum, auf den Marstall mit der Musikhochschule Hanns Eisler, auf Spree und Fernsehturm, auf die „Linden“.

Wilhelm von Boddien, der mit seinem Verein schon 36 Millionen Euro Spenden für Fassade undKuppel gesammelt hat (und mit Rettig guter Dinge ist, nochmal das Doppelte dazu zu bekommen), streut Anekdoten ein: „Hier war Schlüters Gigantentreppe – da ließ Stalin 1948, als das Schloss noch stand, einen Propagandafilm über die Schlacht um Berlin drehen.“

Aus der Decke hängen an einer Stelle nebeneinander rote Schläuche mit Messgeräten an den Enden. Die Erklärung: Sie sind Teil der Kühlung des künftigen Museums. Während der Besuchszeiten wird die Kühle des Betons in die Räume geleitet, die von Besuchern aufgeheizt werden: Das Gebäude selbst ist sein eigener „Kühlschrank“. Das wird erst 2019 gebraucht, wenn Museum für Asiatische Kunst und Ethnologisches Museum als Hauptnutzer eingezogen sind und das Schloss eröffnet. Tag der offenen Baustelle am 13. und 14. Juni, 10 bis 18 Uhr, mit Konzerten der Musikhochschule an beiden Tagen, des Bundeswehr-Musikkorps am Sonnabend, dem Orchester Andrej Hermlins am Sonntag.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema