Über den lacht keiner mehr

Der Dallgow-DöberWITZ

300 Hausbesitzer zittern weiter um ihre Grundstücke.

BK
Lesezeit 2 Min
Die dörfliche Idylle ist gerade schwer gestört in Dallgow-Döberitz.

Die dörfliche Idylle ist gerade schwer gestört in Dallgow-Döberitz.

© Bernd Friedel

Berlin erhebt Ansprüche

Das Land Berlin steht jetzt in ihren Grundbüchern. „Zu Ihrer Kenntnisnahme“, teilte das Gericht den Betroffenen mit, ihre Grundstücke seien mit einem Eintrag belastet worden, weil ein Antrag auf Rückübertragung nach dem Vermögensgesetz vorliege. „Ich bin kurz vorm Herzinfarkt“, sagt ein Bewohner.

Seit Tagen berichtet der Berliner KURIER über eine Königsstunde verfehlter Bürokratie. Mehr als 300 Grundstückseigentümer in Dallgow-Döberitz sind betroffen. 28 Jahre nach der Wende teilte die Stelle zur Abwicklung offener Vermögensfragen ihnen kurz vor Pfingsten mit, dass Berlin Ansprüche auf ihre Grundstücke erhebt. 1990 hatte das Land Rückübertragungsanträge für viele Teile der Region gestellt. Dann gerieten sie in einer Aktenablage in Vergessenheit. 

Hoffen auf den Landkreis Oder-Spree

Jetzt, so teilte das Land Berlin schließlich mit, wurden die Anträge zurückgezogen, weil es gar keinen Anspruch auf die Dallgower Grundstücke habe. Trotzdem lief wochenlang ein Verwaltungsverfahren, was nun zur Folge hat, dass die Grundstücke belastet wurden. Das wiederum hat die unangenehme Folge, dass die Flächen weder verkauft, noch beliehen werden können, solange wie dieser Eintrag in den Grundbüchern besteht. 

Jeden Abend stehen die Menschen jetzt in Dallgow-Döberitz abends auf den Dorfstraßen zusammen und diskutieren die neuesten Entwicklungen. „Meine Familie besitzt dieses Grundstück seit drei Generationen. Mein Großvater hat es noch zu Kaisers Zeiten gekauft. Mir wird ganz schlecht, wenn ich daran denke, was jetzt wohl wird“, sagt eine Rentnerin. Sie hoffen darauf, dass der Landkreis Oder-Spree wahr macht, was er angekündigt hat und die Einträge in die Grundbücher rückgängig macht. (JULI)

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