„Gegen 14 Uhr alarmierten uns mehrere Zeugen in die Schlieperstraße, weil ein Mann auf der Straße randalierte und die Eingangstür eines Wohnhauses beschädigt hatte“, so ein Polizeisprecher. Und weiter: „Bei sich hatte der 38-Jährige einen Kampfhund, den er nicht an der Leine hielt.“ Der angebliche Kampfhund ist die dreijährige Iris, ein Mischling.
Laut Marcel P. wurde Iris vor zwei Jahren begutachtet. Das Ergebnis: Das Tier, so versichert P., sei kein Kampfhund. Er habe auch keine Auflagen im Umgang mit der dreijährigen Mischlingsdame bekommen.
Warum habt ihr meine süße Iris erschossen?
© Eric Richard
Kampfhund oder nicht – als Marcel P. am vergangenen Mittwoch betrunken auf der Straße pöbelt und laut Polizeibericht „in einer aggressiven Haltung auf einen der Beamten zulief“, macht Iris das, was ein Hund eben macht: Sie steht bedingungslos an Herrchens Seite. „Als das Tier einen der Polizisten angriff, wurde es durch einen Schuss aus der Dienstwaffe des zweiten Beamten getötet“, so der Polizeisprecher weiter. Anschließend wird der betrunkene P. festgenommen und dabei leicht im Gesicht verletzt.
Am Tag nach dem blutigen Vorfall ist sich der Mann sicher: Die Beamten haben überreagiert! „Iris war lammfromm und kinderlieb. Wir waren auch öfters in Brandenburg auf einem Bauernhof. Da waren Kühe, Schweine und Hühner, Iris hat sich mit allen gut verstanden! Das beweist doch, dass sie nicht aggressiv ist!“, sagt P. zum KURIER. Ob der tödliche Schuss aus der Dienstwaffe gerechtfertigt war oder nicht, müssen nun die weiteren Ermittlungen zeigen. Doch davon wird Iris auch nicht wieder lebendig. Gestern wurde die Mischlingshündin von Marcel P. und einem Kumpel beerdigt.
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