Um 10 Uhr guckt er fast wie auf Kommando das erste Mal in die Sonne über dem Lippenbären-Gehege im Zoo. Draußen und außerhalb der Wurfhöhle. Dutzende Besucher pressen die Nase an die Scheibe und beobachten die ersten Schritte und Kletterversuche des Kleinen.
„Er ist mindestens genauso süß wie Fritz“, so Zoo-Sprecherin Christiane Reiss. Sie sieht den Lippenbären nicht als Platzhalter für den kleinen Eisbären. Fritz war Anfang des Monats unerwartet im Tierpark in Friedrichsfelde verstorben. Noch häufig denken sie an ihn. Auch im Zoo in Charlottenburg. Deswegen wird für den Lippenbären nicht so sehr die Werbetrommel gerührt.
Die Mitarbeiter der Berliner Stadtwerke, die Pate für den Bären sind, haben im Stillen ihre drei Lieblingsnamen für ihn ausgesucht: Kralle, Schnute und Balou. Jeder, der möchte, kann bis zum 3. April im Internet darüber abstimmen, welcher der drei Namen ihm am besten gefällt – zum Beispiel unter www.facebook.com/zooberlin.
Dabei könnte man ihn getrost auch Christkind nennen. Der kleine Lippenbär ist nämlich genau am 24. Dezember zur Welt gekommen. Mit seiner spitzen Schnauze kann er schon Jagd auf Insekten machen und Honig schlürfen.
Zurzeit trinkt er noch Muttermilch und verdrückt am liebsten süßes Obst. T-Shirt-Temperaturen mag er am liebsten. Wenn der Lippenbär so groß wie seine Artgenossen in Indien wird, ist er nicht mehr ganz so süß: 150 Kilo schwer und 2,50 Meter.
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