Hitze, Dürre, Starkregen. Im Zuge der globalen Erwärmung wird das Wetter in unseren Breiten nicht nur extremer, sondern auch hartnäckiger. Denn die Perioden, in denen es im Sommer besonders warm, trocken oder regenreich ist, werden künftig länger andauern.
Das haben Forscher um Peter Pfleiderer und Carl-Friedrich Schleussner vom gemeinnützigen Institut Climate Analytics und der Humboldt-Universität (HU) Berlin herausgefunden. Ihre Analyse, die sie mithilfe von Klimamodellen vorgenommen haben, ist im Fachmagazin Nature Climate Change veröffentlicht.
„In unserer Studie zeigte sich bei einer Erderwärmung um 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau eine signifikante Verschiebung der gegenwärtigen Wetterbedingungen im Sommer. Extreme Witterungsbedingungen würden anhaltender“, sagt Leitautor Peter Pfleiderer. Den Ergebnissen zufolge würden Starkregenperioden am meisten zunehmen – im Vergleich zu heute um 26 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit von Warmperioden, die länger als zwei Wochen dauern, erhöht sich im Schnitt um vier Prozent, kann aber sehr variieren. An der amerikanischen Ostküste zum Beispiel werden länger als zwei Wochen andauernde Hitze- und Trockenperioden um 20 Prozent wahrscheinlicher.
Stockender Höhenwind
Wie Carl-Friedrich Schleussner berichtet, ging es den Forschern in der Studie darum, Aussagen über den Beitrag von dynamischen Elementen im Klimasystem zu treffen, insbesondere des Jet Streams. Dabei handelt es sich um ein Starkwindband, das in etwa zehn Kilometern Höhe von West nach Ost um den Globus verläuft. Normalerweise mäandert dieses Band und transportiert mit seinen Wellen Ketten von Tief- und Hochdruckgebieten. Auf diese Weise trägt der Jet Stream maßgeblich zum Wetter in unseren Breiten bei.
„Grundtreiber dieses Windsystems ist der Temperaturunterschied zwischen den polaren Regionen und den Subtropen“, erläutert Schleussner. Weil sich die Arktis zurzeit doppelt so schnell erwärme wie andere Regionen der Erde, verändere sich das Zirkulationsmuster des Jet Streams zunehmend. „Wenn er sich abschwächt, können zum Beispiel stehende Wellen entstehen. Sie bewirken, dass das Wetter in der betroffenen Region länger gleichbleibt“, sagt Schleussner.
Dringender Handlungsbedarf
Je länger heiße und trockene Wetterextreme andauern, desto gravierender seien ihre Auswirkungen auf Gesundheit, Ökosysteme, Landwirtschaft und Ökonomie, warnen die Berliner Klimaforscher. „Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass die Risiken bei einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius beträchtlich reduziert würden“, sagt Schleussner. „Zurzeit steuert die Welt aber auf 3 Grad zu. Darum besteht dringender Handlungsbedarf.“
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