„Die Erkrankung, die ich habe, heißt Retinopathia pigmentosa“, sagt Michel Roever. „Die Netzhaut verliert ihr Vermögen, Licht zu empfangen, weil Teile davon absterben.“ In den meisten Fällen führt die Erkrankung zur Erblindung.
Michel bekam die Diagnose bereits in der Kindheit. „Die Symptome waren schon länger da, aber es gab ein Aha-Erlebnis. Wir hatten in unserem Garten eine Sternwarte. Als ich sieben Jahre alt war, ging ich abends raus, fand die Sternwarte aber nicht. Da war klar, dass etwas nicht stimmt.“
Ein Bild betrachten? Mit dem Filter für Grauen Star wird das schwierig.
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Sein Vater, der die gleiche Erkrankung hatte, brachte Michel bei, dass er sie auch haben könnte – Ärzte bestätigten die Vermutung. Seit dieser Zeit lebt Michel damit. „Ich habe oft mit Freunden darüber gesprochen, gehe heute sehr offen damit um“, sagt er.
Sein Bruder Hannes kaufte vor einiger Zeit eine Virtual-Reality-Brille. „Ich dachte erst, dass ich sie aufgrund meiner Krankheit nicht nutzen kann. Es hat aber gut funktioniert“, sagt Michel. Beim Grübeln kam er auf die Idee, die Technik für die Aufklärung zu Sehschwächen zu nutzen. „Wenn man eine Augenerkrankung hat, wird man oft gefragt, was man sieht, aber kann die Frage nie beantworten.“
Der Filter für Retinopathia pigmentosa schrumpft das Sichtfeld.
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Hannes – eigentlich Leiter einer inklusiven Kinder- und Jugendeinrichtung – schuf mit seinen Programmier-Kenntnissen einen Prototypen für das Spiel. Die Idee: Der Nutzer erkundet ein virtuelles Haus und muss Aufgaben erfüllen: ein Buch aus dem Regal holen, Gegenstände von A nach B bringen. Dazu werden Augenerkrankungen wie Filter ins Sichtfeld gelegt.
Schwierig: Mit diesem Sehschwächen-Filter etwas lesen.
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Eine Tasse auf den Tisch stellen – das ist leicht. Schwerer wird es mit dem Filter für die Krankheit, an der Michel leidet: Dann ist das Sehfeld auf einen Mini-Kreis beschränkt.
Mit dem Spiel wollen die beiden mehr Verständnis für Seherkrankungen schaffen – auch bei Ärzten. „Denn viele Augenärzte wissen nicht, was die Patienten sehen“, sagt Michel. „Wir können uns vorstellen, dass das Spiel für die Ausbildung genutzt werden könnte.“
Im Spiel gibt es Hilfsmittel zum Erfüllen der Aufgaben.
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Derzeit läuft eine Spenden-Aktion, damit der Simulator vollendet und um ein Außen-Szenario erweitert werden kann. Infos: vip.bonogames.de
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