Tod und Glück lagen im kurzen Leben von Fritz dicht beieinander. Das fing schon bei seiner Geburt an. Zuerst war die Freude groß, als der Tierpark am 3. November 2016 verkündete: Eisbärmutter Tonja hat Zwillinge zur Welt gebracht. Zehn Jahre nach der Geburt von Zoo-Star Knut (starb 2011) gab es wieder Eisbär-Glück in Berlin – und das im Doppelpack! Doch eine Woche Woche später starb das eine Eisbären-Baby. Umso mehr galt nun alle Liebe und Zuwendung dem lebenden Geschwisterchen.
Berliner Eisbärchen Fritz (*03.11.2016-†06.03.2017)
© dpa
So groß wie ein Meerschweinchen tapste der Kleine anfangs zu Mama Tonja. Dank ihrer fettreichen Milch wurde das Baby immer kräftiger. Ende November wagten die Pfleger sich in die Wurfhöhle, machten die ersten Nahaufnahmen von dem knuffigen Eisbären-Baby, wie er seine ersten Schritte ausprobierte. Gleichzeitig fanden die Pfleger in der Nachbarhöhle die tote Eisbär-Oma Aika (36).
Im Januar wurde das Geheimnis um das Geschlecht gelüftet. Erst dann konnte Tierpark-Chef Dr. Andreas Knieriem (51) endlich problemlos das Kind von der Mutter trennen, um es zu untersuchen. „Es ist ein Bub“, verkündete Knieriem stolz. KURIER, Berliner Zeitung, RBB Media und Radio Berlin 88,8 wurden Paten des Eisbären-Jungen, riefen zur Namenssuche auf. Zehntausende Vorschläge kamen aus aller Welt. Vor einem Monat entschied eine Jury: „Der Eisbär heißt Fritz.“
Fritz, der Frechdachs. Tierpark-Chef Knieriem biss er bei der Untersuchung in den Finger. Seiner Eisbärenmutter schnappte er die Scheibe Steak weg, zwickte und zwackte sie am Körper, wo er nur konnte. Und einmal steckte er dem Fotografen sogar ganz frech die Zunge heraus.
Süß und frech: Fritz steckt die Zunge heraus.
© Tierpark Berlin
Bilder, die nun für immer an Fritz erinnern. So gerne hätten wir ihn im Freien erlebt. Für den Gang ins Gehege hatte Fritz fleißig Laufen und Klettern geübt. Am Wochenende sollte der große Auftritt sein. Sogar die Fritz-Plüschbären für die Shops gab es schon. Doch am Montag war alles vorbei. Fritz wurde plötzlich schwer krank. Um 20 Uhr hörte sein Herz auf zu schlagen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com