Berlinale-Wettbewerb

Der Schrecken von Utøya

Der Film über das Breivik-Attentat in Norwegen.

BK
Lesezeit 2 Min

Es war ein Attentat, das Norwegen und die Welt erschütterte: Am 22. Juli 2011 erschoss der Rechtsradikale Anders Behring Breivik auf der Insel Utøya, einem kleinen Eiland im fünftgrößten Binnensee Norwegens, 69 Teilnehmer eines Sommercamps der sozialdemokratischen Partei des Landes. Die meisten von ihnen waren Jugendliche.

Kurz zuvor hatte der Attentäter, der danach zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt wurde, mit einer Bombe vor einem Regierungsgebäude in Oslo acht Menschen getötet. Auf der Berlinale gibt es heute den Film zu jenem Schreckenstag. Regisseur Erik Poppe wagte den Versuch, das Geschehen zusammenzufassen. 

Nach dokumentarischen Anfangsszenen aus Oslo, wo Breivik kurz zuvor eine Autobombe gezündet und acht Menschen in den Tod gerissen hatte, führt der Film direkt auf die Insel. Die Kamera begleitet die 19-jährige Kaja (gespielt von Andrea Berntzen), die mit ihrer jüngeren Schwester Emilie (Elli Rhiannon Müller Osbourne ) ein paar Ferientage verbringt.

Es gibt Streit, Emilie hat keine Lust auf das Zeltlager und möchte auch nicht mit zum Barbecue, zu dem Kaja dann alleine geht. Plötzlich ist der erste Schuss zu hören. Damit beginnt eine 72 Minuten lange, in einer einzigen Einstellung gedrehte, aus der Perspektive der Opfer inszenierte, atemlose Rekonstruktion der Vorgänge.

Der wahre Täter Anders Behring Breivik.

Der wahre Täter Anders Behring Breivik.

© picture alliance / dpa

Kajas verzweifelte Suche auf der Insel nach Emilie. Die Angst in den Augen der Jugendlichen. Die Flucht in den Wald. Die Hoffnung auf Rettung. Und der unbekannte Schütze, der immer näher kommt.

Die Nebenrollen in dem Film sind hauptsächlich von jungen Leuten ohne vorherige Filmerfahrung besetzt. Auch für Andrea Berntzen (Kaja) ist es ein Filmdebüt. Sie spielte bislang in Oslo meistens am Theater.

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