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Sozialreform in Berlin

Wohnungsplatz kann künftig per App gebucht werden

Berlin reformiert die Unterbringung wohnungsloser Menschen. Zentrale Steuerung, neue Standards, digitale Datenbank – die Stadt reagiert auf wachsende Not.

Foto von Autor/Autorin: Sebastian Karkos
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Ein wohnungsloser Mann am Berliner Ostbahnhof

Ein wohnungsloser Mann am Berliner Ostbahnhof

© Christian Ditsch/EPD

40.000 bis 50.000 Menschen sollen in Berlin keine eigene Wohnung haben. Dabei geht es weniger um Obdachlose, sondern um Menschen, die ihre Wohnung verloren haben. Hinzu kommen noch einmal rund 35.000 Geflüchtete.

Unterbringung wird zentral auf Landesebene gesteuert

Es muss sich etwas tun. Daher will die Berliner Sozialverwaltung das System zur Unterbringung wohnungsloser Menschen reformieren. Ähnlich wie bei Geflüchteten soll die Unterbringung künftig zentral auf Landesebene gesteuert werden. Die Sozialverwaltung verspricht sich dadurch mehr Einfluss auf Kosten und Qualitätsstandards. Steuern soll den Prozess das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF).

Bisher sind die Bezirke zuständig. Sie schließen Verträge mit einzelnen Unterkunftsanbietern ab. Mit der Folge hoher Kosten für den Staat und teils stark unterschiedlicher Qualitätsstandards. Pro Person und Tag kostet die Unterbringung im Schnitt 35 Euro.

Unterkünfte laufen in Bezirken zusammen

Alle Unterkünfte der Bezirke sollen in einer digitalen Datenbank zusammengeführt werden. Den Anfang macht Reinickendorf, die weiteren Bezirke sollen bis Jahresende folgen. In der Datenbank sollen zu jeder Unterkunft detaillierte Informationen hinterlegt werden. Die Platzwahl soll künftig im Prinzip wie bei einer Hotel-App funktionieren.

Vermittlung von Schlafplätzen ist ein lukratives Geschäft

Die Vermittlung von Schlafplätzen ist längst ein lukratives Geschäft geworden, weil Anbieter die Preise diktieren können. Es gibt auch viele unseriöse Anbieter. Die Reform soll daher sicherstellen, dass das Land neue Verträge mit Unterkunftsanbietern abschließt und klare Kriterien festlegt, wie Unterkünfte künftig aussehen müssen.

Zur Bewältigung der Probleme könnte auch die Schaffung landeseigener Räumlichkeiten beitragen, etwa durch den Umbau nicht mehr genutzter Bürokomplexe. (mit dpa)

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