Berlin wird bunter

Die neue Spur der Steine

Franzi und Ines Nossack verstecken bemalte Kiesel in der ganzen Stadt.

Florian Thalmann
Lesezeit 3 Min
Mama Ines (56) und Tochter Franzi (31) bemalen zusammen ihre Steine.

Mama Ines (56) und Tochter Franzi (31) bemalen zusammen ihre Steine.

© Bernd Friedel

Ein paar schöne Exemplare – auch für den KURIER gab es ein Andenken.

Ein paar schöne Exemplare – auch für den KURIER gab es ein Andenken.

© Bernd Friedel

In anderen Regionen ist das Anmalen und Verstecken von Steinen schon länger ein Trend – nun schwappt das skurrile Hobby auch nach Berlin. „Eigentlich kommt es aus Amerika“, sagt Franzi Nossack dem KURIER. „Aber auch in Deutschland gibt es schon mehrere regionale Gruppen, die sich damit beschäftigen.“ Eine der größten heißt „ElbStones“, mehr als 17.000 Menschen gestalten hier selbst gesammelte Kiesel, legen diese irgendwo in der Öffentlichkeit aus.

„SpreeStones“ war eine Urlaubsidee

Auf die Idee, die „SpreeStones“ zu gründen, kam Ines Nossack durch eine Urlaubsbekanntschaft. „Ich lernte sie in Bulgarien kennen – sie zeigte mir, dass sie mit ihrem Enkelsohn für die ElbStones-Gruppe Steine bemalt hatte, erklärte mir den Hintergrund.“ Sie fand die Idee schön, erzählte ihrer Tochter davon – gemeinsam kamen sie auf die Idee, für Berlin eine eigene Gruppe zu gründen.

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Beide waren schon immer künstlerisch begabt. „Ich arbeite als Erzieherin in einer Kita, male mit den Kindern ständig“, sagt Ines. „Und ich habe schon als Kind mit Mama gemalt“, fügt Franzi hinzu – sie arbeitet heute im Social-Media-Bereich und als Fotografin. Talent für die Malerei sei aber keine Voraussetzung. Denn wie schön das Motiv ist, ist nicht wichtig – auch Steine mit einem Herz oder einer Botschaft können beim Finder für ein Schmunzeln sorgen.

Farben dürfen keine Giftstoffe enthalten

Wenn die Nossacks Zeit haben, suchen sie nach Steinen. „Gerade waren wir im Urlaub an der Ostsee, kamen mit einer Tasche voller schöner Exemplare zurück.“ Gesammelte Steine werden bemalt, irgendwo ausgelegt. Die Regeln: Farben sollen am besten auf Wasserbasis sein und keine Giftstoffe enthalten, die die Natur schädigen könnten. Ausgelegt werden können sie überall – aber nicht so, dass andere gestört werden oder dass irgendetwas kaputt geht. Tabu ist das Ablegen auf Autos. „Wir versehen sie zudem mit einem Hinweis, damit die Leute auf unserer Facebook-Seite posten können, dass sie einen Stein gefunden haben“, sagt Franzi. Inzwischen gehören über 200 Menschen zur Truppe, jeden Tag gibt es Meldungen über ausgelegte und gefundene Steine. Wer einen entdeckt, darf ihn behalten – oder woanders neu verstecken.

Mit ihrer Spur der Steine wollen sie den Berlinern ein Lächeln ins Gesicht zaubern – und anregen, nach links und rechts zu schauen. „Wir machen die Welt etwas bunter“, sagt Ines. Die Berliner müssten noch lernen, mitzumachen. „Es ist eine stressige Stadt, jeder ist hektisch. Wir wollen, dass die Leute bewusster durch die Gegend laufen. Wer bisher einen der Steine gefunden hat, hat sich darüber gefreut.“

Infos: www.facebook.com/groups/SpreeStones

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