Ist der Schaden größer als befürchtet? Nach dem Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz gibt es neue Hinweise auf einen umfangreicheren Datenabfluss als bislang bekannt. Wie das Land Berlin am Dienstag mitteilte, wurden im Rahmen laufender Untersuchungen weitere Datenabflüsse im Geschäftsbereich der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt festgestellt.
Nach Hackerangriff: Landesnetz weiter unter Beobachtung
Berlins Digital-Chef Florian Hauer: „Sobald wir belastbare Erkenntnisse zum Umfang und Inhalt der Daten haben, werden wir die zuständigen parlamentarischen Gremien und Stellen informieren. Derzeit gehen wir davon aus, dass der Angriff eingedämmt werden konnte. Die forensischen Untersuchungen und das Scanning des Landesnetzes Berlin dauern jedoch bis auf Weiteres an. Auch der IKT-Notfallstab bleibt bis auf Weiteres aktiv.“
Heißt: Welche Daten konkret betroffen sind, ist derzeit noch unklar. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass auch personenbezogene oder andere nicht-öffentliche Daten betroffen sind.
Am 14. August war es zu einem Hackerangriff gekommen, der das System praktisch zum Erliegen brachte. Der Angriff hatte erhebliche Auswirkungen auf die Berliner Verwaltung. Die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz war nach dem Angriff vom Internet getrennt worden. Zwei Tage später konnten die Behörden zwar wieder ans Netz angeschlossen werden, die Folgen waren jedoch deutlich spürbar.
Buchstaben und Zahlen leuchten auf einem Bildschirm, auf dem ein Hacker-Programm geöffnet ist (Symbolfoto).
© Sina Schuldt/dpa
So war unter anderem die Auszahlung von Wohngeld an mehr als 50.000 berechtigte Haushalte zeitweise nicht möglich. Betroffen waren sowohl die Beantragung als auch die Auszahlung der Leistung.
Der Fall zeigt, wie verwundbar selbst eine moderne Verwaltung sein kann. In einer Stadt wie Berlin, in der Millionen Bürgerdaten gespeichert werden, muss der Schutz sensibler Informationen oberste Priorität haben.
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