Kreuzberg

„Aktivisten“ wollen in Massen auf die Admiralbrücke pinkeln

Sie wollen damit gegen die Gentrifizierung der Brücke demonstrieren.

Felix Firme
Lesezeit 2 Min

Als Grund nennen die „Orgaisatoren“ die für sie nervigen Treffs von Touristen und „hippen“ Menschen auf der Brücke: „Kennt ihr den Moment, wenn ihr über die Admiralbrücke lauft, hippe Menschen auf dem Boden sitzen, schlechte Singer-Songwriter (die ihren Vor- und Nachnamen als Künstlernamen benutzen) Gitarre spielen und alle sich darauf feiern, wie "amazing" Berlin ist?“

Um sich dagegen zu wehren, sollen die Besucher also durch Uringeruch vertrieben werden. Im Aufruf mit dem Hashtag "occupeeadmiralbrücke" heißt es dazu: „Alle sind herzlich willkommen! Trinkt ordentlich Bier vorher!“

Aktion soll noch weiter gehen

Bisher haben 234 Menschen auf Facebook angekündigt, sich an der Aktion zu beteiligen. Mehr als 1000 zeigten sich interessiert. Bei den Kommentaren zeigte sich ein geteiltes Echo. So bezeichnete ein Facebook-Nutzer die Initiatoren als Asoziale. So eine Aktion ließe sich nicht mit einem offenen Berlin vereinbaren, schreibt ein anderer. Wieder andere finden die Idee dagegen großartig. Ein Nutzer schrieb beispielsweise: „Endlich tut mal jemand was“.

Wegen des großen Zulaufs wollen sie die Organisatoren derweil nicht mehr beim Urinieren belassen. Nun sollen die Teilnehmer an der Admiralbrücke am 20. April nicht nur ihren Blase, sondern auch ihren Darm entleeren.

Warum die Aktion gerade am 20. April stattfinden soll, wundert auch einige Facebook-Nutzer. An dem Tag wurde Hitler geboren. In dem Aufruf heißt es zudem „…am 20. April pissen wir zurück!“ Die Formulierung hat gewissen Ähnlichkeit mit Hitlers Satz „seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen“. Diesen sagte er zu Beginn des deutschen Einmarsches in Polen.

Demo als Möglichkeit, nach 22 Uhr weiterzufeiern?

Bei der Berliner Polizei wurde eine derartige Demonstration bis zum Sonntagabend noch nicht offiziell angemeldet. Ein Sprecher der Polizei erklärte, dass es an der Admiralbrücke als bekannter Partyort öfter zu Polizeieinsätzen aufgrund von Ruhestörung nach 22 Uhr käme.

Tatsächlich könne eine solche Demonstration, sollte sie noch angemeldet werden, den Partygängern ermöglichen, noch länger als nur bis 22 Uhr an der Admiralbrücke zu feiern. Das sei aber nur eine Vermutung.

Mittlerweile hat sich die Facebook-Veranstaltung als Guerillawerbung für ein Konzert entpuppt.

(mit kln)

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