Sie war Berlin, eine echte Pflanze dieser Stadt. 65 Jahre verzauberte Edith Hancke mit ihrem Charme das Publikum. Auf der Theaterbühne in Stücken wie „Pension Schöller“, in Filmen oder TV-Serien wie „Berliner Weiße mit Schuss“. Ihre kratzige, fast piepsige Stimme wurde zu ihrem Markenzeichen. Sie verdankte es einer misslungenen Mandel-OP, als Edith Hancke acht Jahre alt war.
Mit 20 ging die gebürtige Charlottenburgerin zur Schauspielschule, fiel 1949 wegen Talentlosigkeit durch. Drei Wochen später gab die DEFA ihr die erste Filmrolle in „Der Biberpelz“.
Unzählige Rollen folgten. Edith Hancke drehte mit Heinz Rühmann den „Hauptmann von Köpenick“ (1956). Mit viel Temperament arbeitete sie. So ohrfeigte Hancke Klaus Kinski, als er sie beim Dreh des Edgar-Wallace-Krimis „Die seltsame Gräfin“ (1961) zu sehr würgte. Im TV gehörte sie mit Harald Juhnke und Günter Pfitzmann zu den großen Berliner Stars.
Hanckes Liebe aber war das Theater, wo sie ihr komödiantisches Talent nach Herzenslust auslebte, wie in der Komödie am Kurfürstendamm. „Mit Edith Hancke verlieren wir einen wertvollen Menschen und eine tolle Schauspielerin“, sagte Theater-Chef Martin Woelffer.
Berlin trauert um seine Volksschauspielerin. „Edith war ein großes Stück echtes Berlin, dass nun für immer von uns gegangen ist“, sagte Schauspielerin Brigitte Grothum (80) dem KURIER. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller würdigte Hancke als Berlinerin mit Herz und Verstand: „Das Publikum auch jenseits Berlins liebte sie“.
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