Das zugewachsene Grundstück in der Gartenkolonie „Waldessaum“ in Heiligensee verwahrloste zunehmend. Die 66-jährige Pächterin, die in dem Häuschen aufwuchs, sitzt im Rollstuhl. Die Laube und ihr Sohn gaben ihr Halt. Doch nun liegt alles in Schutt und Asche.
Um 11.15 Uhr betritt ein Gerichtsvollzieher das Gelände. Sein Auftrag: Er soll die Laube zwangsräumen. Als der Beamte durch ein Fenster ins Innere der Laube schaut, stockt ihm der Atem. Mutter und Sohn haben sich verbarrikadiert, sitzen verzweifelt neben einer Gasflasche und machen eine drohende Geste.
Sekunden später zündet der Sohn das Gas an. Es kommt zur Explosion, zehn Meter hohe Stichflammen schlagen aus der Laube. Die Druckwelle spüren selbst die Nachbarn. Ein Wunder, dass dies überhaupt jemand überlebt hat.
„Wir dachten, dass hier ein Flugzeug gelandet ist“, sagt Nachbarin Petra S. Die alarmierte Feuerwehr rückt mit 60 Brandbekämpfern an. Zwei Rettungshubschrauber werden angefordert. Christel S. und ihr Sohn werden mit schwersten Brandverletzungen ins Unfallkrankenhaus Berlin geflogen. Ihr Zustand ist kritisch.
Bei den Löscharbeiten stürzt die massiv gemauerte Laube (70 Quadratmeter) in sich zusammen. Zuvor war das ganze Hab und Gut der beiden verbrannt. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com