Berlin-Exodus

Gott, du kannst ein Arsch sein!

... oder warum so viele Stars auf einmal in NRW drehen wollen

Karim Mahmoud
Lesezeit 3 Min
Dreharbeiten zu „Gott, du kannst ein Arsch sein“. Auch Jürgen Vogel (2. v. li.) und Heike Makatsch (2. v. re.) spielen mit.  

Dreharbeiten zu „Gott, du kannst ein Arsch sein“. Auch Jürgen Vogel (2. v. li.) und Heike Makatsch (2. v. re.) spielen mit.  

© Ufa Fiction

Wenn das große Geld woanders sprudelt, kennen Berlins Top-Schauspieler keine Skrupel und setzen sich wieselflink ab. Dieses Jahr zog Nordrhein-Westfalen (NRW) den Hauptgewinn. Ob Corinna Harfouch, Lilith Stangenberg oder auch Anja Kling und Andrea Sawatzki – man dreht Berlin den Rücken zu und dreht im Rheinland auf. Was niemanden wundern sollte. NRW fördert 21 Film- und Fernsehprojekte mit 8,27 Mio. Euro. Und wo gefördert wird, da wird gedreht.

Ein Projekt, dass besonders viel „Stütze“ bekam, ist das tragikomische Roadmovie „Gott, du kannst ein Arsch sein“ von André Erkau. Mit am Start bei diesem Film über eine unheilbar an Krebs erkrankte Schülerin, die trotz Chemo und Schmerzen ihre Abschlussfahrt nach Paris nicht verpassen möchte, sind Sinje Irslinger, Til Schweiger und Heike Makatsch. Stolze 950000 Förder-Euros konnte Nico Hofmann mit seiner UFA Fiction dafür abgreifen, was allerdings unter Jahresrekord bleibt.

Team „Undine“: Christina Bentlage (v.l.), Florian Körner, Paula Beer, Hans Fromm, Regisseur Christian Petzold, Maryam Zaree und Franz Rogowski.

Team „Undine“: Christina Bentlage (v.l.), Florian Körner, Paula Beer, Hans Fromm, Regisseur Christian Petzold, Maryam Zaree und Franz Rogowski.

© Christian Schulz

Den stellte mit 1 Million Euro NRW-Förderung Regisseur Sönke Wortmann („Der bewegte Mann“) auf. Die Umsetzung seiner neuen Komödie „Contra“ im Universitätsmilieu von Bonn ist allerdings auch ziemlich aufwendig. So brauchte die Produktionsfirma Constantin in einer einzigen Juli-Woche 2500 Komparsen. Die mussten in Hörsälen rumsitzen und den „ganz normalen“ Campusalltag nachstellen. In dem böse-heiteren Werk geht es um einen Professor, der eine Studentin rassistisch beleidigt. Am Ende gibt es aber, klar, ein Happy End (immer vorausgesetzt, die Pointen sitzen). Die Hauptrollen haben Christoph Maria Herbst und Nilam Farooq übernommen.

Immerhin noch 180000 Euro Förderung konnte der Unterwasser-Liebesfilm „Undine“ von Christian Petzold mit Paula Beer, Franz Rogowski und Jacob Matschenz in den Hauptrollen abgreifen. Piffl bringt das Drama der „Schramm Film Koerner & Weber“ in die Kinos.

Ach ja, und Film-Egoshooter Oskar Roehler dreht zurzeit für die Bavaria ebenfalls in NRW auf – immerhin an 20 von 30 geplanten Drehtagen. Es geht um nicht weniger als um das Leben und Sterben von Rainer Werner Fassbinder (1945 – 1982, „Lola“, „Berlin Alexanderplatz“). Vor Roehlers Kamera stehen u.a. Oliver Masucci, Katja Riemann, Erdal Yildiz und die stets reizende Sunnyi Melles.

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