Die "Gentrifizierung" ist eine dramatische Entwicklung, die fast jede westliche Großstadt durchmacht. Das sagt Prof. Dr. Ilse Helbrecht (46), Expertin für Kultur-Geografie von der Humboldt Universität."Gemeint ist die baulich-soziale Aufwertung von innerstädtischen Gebieten am Rand der City, verbunden mit einer Verdrängung der angestammten, sozial schwächeren Bevölkerung", erklärt die Expertin.Der Prozess, seit 40 Jahren (und jetzt auch in Berlin) bekannt und in England benannt, ist mit der De-Industrialisierung der Städte verbunden. Die Arbeiterschaft wird immer kleiner, dafür drängen Dienstleistungsfirmen aller Art und die dort Beschäftigten in die Wohngebiete.Berater, Anwälte, Reklame- Leute, Mode-Menschen, Architekten suchen angesagte Viertel, in denen sich zum Beispiel schon Studenten angesiedelt haben."Darin liegt die Chance der Gentrifizierung", sagt die Professorin. "Denn ohne sie können sogenannte 4-A-Viertel entstehen - bewohnt von Armen, Arbeitslosen, Ausländern und Alten." So wie etwa in Detroit, das wegen des Schrumpfens der Auto-Industrie ohne Nachzug der Dienstleistungs-Branchen völlig heruntergekommen ist.Der Staat müsse aber auch tätig werden, um den Ärmsten bezahlbaren Wohnraum zu bauen, damit sie nicht unter die Räder kommen. Die Gegenwehr in den Kiezen findet sie selbstbewusst. Das wirke im Ansatz durchaus abschreckend auf das Kapital, das investieren will. Sie sagt aber auch nüchtern: "Man stellt sich gegen den Zahn der Zeit." Lesen Sie morgen Teil 2: Wo bekomme ich als Mieter Hilfe?------------------------------
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