Oliver Kalkofe (54, "Der Wixxer") ist ein waschechter Weihnachts-Nerd. Der selbst ernannte Furunkel am Arsch der Unterhaltung feiert das Fest am liebsten entspannt in Familie, dann mag er sich gar nicht satthören am Knistern von Geschenkpapier und dem Singsang schöner Chorstimmen. Seine Fans lässt Kalkofe natürlich trotzdem nicht hängen. Für sie gibt es am 16. Dezember um 20 Uhr eine Extra-Bescherung im Schiller-Theater - "im Jubiläumsjahr zu einem ganz besonders festlichen Anlass: 25 Jahre Kalkofes Mattscheibe", wie es in der Programm-Ankündigung heißt. Neben einem Jahresrückblick und "bisher ungesendeten Clips der beliebt-bösartigen Tele 5-Satire-Show" erwartet die Zuschauer das legendäre Trash-Wichteln.
Berliner KURIER: Hallo Herr Kalkofe, Sie machen aber auch wirklich vor nichts Halt. Wieso muss man sich jetzt auch noch zu Weihnachten mit Ihnen amüsieren?
Oliver Kalkofe: Weihnachten ist das Fest der Liebe, aber auch des Wahnsinns. Eine Zeit innezuhalten, durchzuatmen und den Irrsinn des vergangenen Jahres Revue passieren zu lassen. Und dabei versuche ich zu helfen.
Ist Ihnen denn gar nichts heilig auf dieser Welt?
Jedenfalls nicht das, was mir andere heiligsprechen wollen. Freunde, Familie, die Menschlichkeit, das Mitgefühl, die Möglichkeiten des menschlichen Verstands - das alles schätze und liebe ich, das ist so gesehen für mich persönlich heilig. Aber Rituale, Institutionen, Feiertage, Ehrentitel und alles künstlich überhöhte hat für mich nichts mit Heiligkeit zu tun.
Trash-Wichteln verstehen viele als Beitrag zum Umweltschutz. Ein Missverständnis?
Nein, das ist der Grüne Punkt der Konsumgesellschaft. Hier wird ja nur gewichtelt, was sonst weggeschmissen würde und zum geschmacklichen Sondermüll gehört. Das weiterzugeben und wiederzuverwerten, ist Umweltpflege und Klimaschutz auf höchstem Niveau!
Der Comedian Oliver Kalkofe mit seiner Frau Connie.
© dpa
Wie wichtig ist Ihnen, dass die Generation Greta zur besinnlich-bösen „Jubiläums“-Weihnachts-Show kommt?
Alle Generationen sollten zu meiner Show kommen, denn sie alle können dort vielleicht etwas lernen oder einfach nur zwei Stunden jede Menge Spaß haben. Und auch wenn die jungen Aktivisten manchmal über das Ziel hinausschießen, ist mir persönlich die Generation Greta doch wesentlich sympathischer als die Generation Gauland und ähnliche lethargische Problem-Aussitzer und Realitäten-Ignorierer.
Kein Mangel an schlechten Geschenken
Ihr persönlicher Beitrag an dem Abend jenseits der Clips - welches ungeliebte Geschenk geben Sie zurück?
Das weiß ich noch nicht genau, aber ich werde auf jeden Fall alle Wichtel-Runden mitmachen und eigenen Schrott mitbringen, an schlechten Geschenken besteht bei mir definitiv kein Mangel!
Gibt es Geschenke, mit denen man Sie jagen kann?
Eigentlich freue ich mich über jedes Geschenk, sogar über Socken. Aber Witzebücher oder Sport-Gutscheine brauche ich nicht mehr.
Zuletzt: Wie darf man sich das Weihnachtsfest bei Ihnen zu Hause vorstellen?
So ruhig und entspannt wie nur möglich: gemütlich essen gehen, dann eine gemütliche kleine Bescherung bei gutem Wein. Bloß keine Hektik, Großfamilienfeste oder sonstige stressige Versuche, alles gerade an diesem Tag übermäßig perfekt zu gestalten - das geht immer in die Hose. Lieber versuchen, alles in Ruhe zu genießen!
Karten für die besinnlich-böse „Jubiläums“-Weihnachts-Show „Wenn´s denn sein muss: Frohes Fest!“ im Schiller-Theater gibt es für 29 Euro unter www.komoedie-berlin.de
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