Berlin bleibt hart

Stinker kommen nicht in die Stadt

Seit 2010 ist die Innenstadt für motorisierte Stinker verboten: Die Umweltzone sperrt Fahrzeuge ohne grüne Plakette aus.

Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min
Stinker müssen draußen bleiben ...

Stinker müssen draußen bleiben ...

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„Nicht abschaffen!“, schallt es aus Berlins Politik. Denn auch wenn die Luft besser wurde (60 Prozent weniger Dieselruß, 2014 nur noch 1000 statt 10.000 Ausnahme-Genehmigungen 2010 für nicht nachrüstbare Diesel), ist sie nicht gut. Noch immer gibt es Orte wie die Silbersteinstraße, an denen Feinstaub-Grenzwerte überschritten werden – anders als in den genannten Städten.

Danny Freymark, Umwelt-Experte der CDU, sieht beim Feinstaub die Auto-Technik ausgereizt (der Verkehr trägt zu einem Viertel der Belastung bei, zwei Drittel kommen von außerhalb in die Stadt). Weitere Verbesserung will er durch mehr Fahrrad- und öffentlichen Nahverkehr erreichen, fordert Fahrradstationen an wichtigen Bahnhöfen, von denen aus man Züge in die Stadt nimmt: „Dort sollte man Fahrräder abstellen, mieten oder reparieren lassen können.“

Silke Gebel (Grüne) will vor allem Stinkern auf dem Bau an den Kragen: „Wir fordern, dass Baumaschinen mit Filtern ausgestattet werden müssen.“ Sie stießen in Berlin fast so viel Ruß aus wie alle anderen Dieselfahrzeuge.

Daniel Buchholz (SPD) sieht eine Dreckquelle auf dem Wasser – Schiffe. Als Spandauer ist er speziell genervt, dass Kreuzfahrtschiffe, die nachts am Havelufer ankern, ihre Diesel zur Stromerzeugung laufen lassen, statt Strom von Land zu zapfen: „Der Bund muss dafür sorgen, dass Schiffe auf seinen Wasserstraßen mit Rußfilter fahren.“

Berlin muss sich auch an die eigene Nase fassen: Die Stadt schaffte es bis heute nicht, der Polizei genug saubere Fahrzeuge zu beschaffen. Gut zehn Prozent der 2584 Fahrzeuge haben keine grüne Plakette, fahren mit einer Sondergenehmigung.

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