BER-Prozess

Am Fluchhafen lief’s wie geschmiert

Angeklagte: Es floss Schmiergeld. Wer es von wem forderte, bleibt vorerst strittig

BK
Lesezeit 2 Min
Eine lange Geschichte: Noch immer wartet der Fluchhafen BER auf seine Eröffnung.

Eine lange Geschichte: Noch immer wartet der Fluchhafen BER auf seine Eröffnung.

© dpa

BER mal anders: Obwohl Berlin noch immer sehnlich auf einen Eröffnungstermin des Airports wartet, gab’s beim Schmiergeld-Prozessauftakt am Landgericht Cottbus schnell klare Ansagen. „Ich habe 150.000 Euro zu Unrecht erhalten. Es war falsch“, sagte der 48-Jährige Ex-Bereichsleiter der Flughafengesellschaft FBB.

Mit ihm vor Gericht: zwei Ex-Mitarbeiter der inzwischen insolventen Firma Imtech Deutschland, darunter der ehemalige Chef der Geschäftsleitung. Auch er bestätigte, dass Geld floss. „Mein Verhalten tut mir leid“, sagte der 61-Jährige. Der zweite Mitarbeiter sagte aus, als Geldbote das Schmiergeld in einem Umschlag übergeben zu haben.

Ein Ex-FBB-Mitarbeiter und zwei ehemalige Imtech-Männer standen gestern erstmals vor dem Cottbusser Landgericht – es geht um Bestechung und Bestechlichkeit.

Ein Ex-FBB-Mitarbeiter und zwei ehemalige Imtech-Männer standen gestern erstmals vor dem Cottbusser Landgericht – es geht um Bestechung und Bestechlichkeit.

© dpa

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf Bestechlichkeit und Bestechung in einem besonders schweren Fall. Der 48-Jährige soll kurz vor Weihnachten 2012 auf einem Autobahnparkplatz Schmiergeld in Höhe von 150.000 Euro entgegengenommen haben. Im Gegenzug soll er sich in der FBB dafür eingesetzt haben, dass wenige Tage später Firmen-Nachtragsforderungen für Arbeiten am BER in Höhe von mehr als 60 Mio. Euro ungeprüft überwiesen wurden.

Empfänger der Zahlungen waren laut Staatsanwaltschaft die Firma Imtech und eine Arbeitsgemeinschaft, an der sie beteiligt war. Imtech Deutschland hatte am pannengeplagten Flughafen wichtige Aufträge, arbeitete beispielsweise an der Brandschutzanlage mit.

Es bleiben dennoch vorerst einige offene Fragen. Alle Angeklagten bestätigten, dass Geld floss. Zu den genauen Umständen gingen die Aussagen aber auseinander. Laut FBB-Prokurist habe Imtech das Geld für seine Dienste angeboten – die Imtech-Mitarbeiter hingegen behaupteten, er habe das Geld für seinen Einsatz verlangt.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Als Zeugen sind laut Gericht dann zwei FBB-Mitarbeiter geladen.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema