Endlich: Nach vielen Jahren Pleiten, Pech und Pannen soll der Flughafen BER in Schönefeld am 31. Oktober 2020 öffnen. Aber was muss passieren, damit das möglich wird? Über den Umzug von nicht weniger als 59 Airlines geben interne Papiere Auskunft, die dem Berliner KURIER vorliegen. So viel steht fest: Es wird spannend.
Eine der größten logistischen Operationen der Region
In weniger als elf Monaten wird die Autobahn zwischen Tegel und Schönefeld in drei Nächten zum Schauplatz einer der größten logistischen Operationen, die diese Region jemals erlebt hat. Der Umzug von Tegel zum BER soll in der verkehrsarmen Zeit nach den Herbstferien 2020 in drei Etappen stattfinden – etwas entspannter als in einem Rutsch.
Das ist der Plan: Der BER öffnet am 31. Oktober 2020, Tegel schließt am 8. November. Dazwischen ziehen 59 Luftfahrtgesellschaften um – eine riesige Logistikaktion.
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Fluggasttreppen, Gepäckwagen, Vorfeldbusse und vieles mehr: Eine vierstellige Zahl von Fahrzeugen tritt aus eigener Kraft, geschleppt oder auf Lkw die 36 Kilometer lange Fahrt an. Ob die Autobahn von Tegel nach Schönefeld gesperrt wird, ist noch ungewiss. Bliebe sie für andere offen, müssten sich Kraftfahrer auf Stau einrichten, denn schnell wird der Flughafentross nicht sein.
Flugzeuge fliegen zum BER
Den Anfang machen in der Nacht zum 1. November 2020 neun Gesellschaften– allen voran Easyjet, die Airline mit den meisten Fluggästen in Berlin. Auch United, Delta, American Airlines, Qatar Airways, Turkish, Hainan, Scoot aus Singapur und die MIAT aus der Mongolei stehen auf der Liste. Alle Airlines ziehen ins zentrale Gebäude T1.
Ihre Flugzeuge gelangen bereits am 31. Oktober tagsüber zum BER – in der Luft. Die ersten landen am Nachmittag am neuen Flughafen. Für den Premierentag sind auch Starts absehbar. Der erste Passagier, der erste Abflug, der erste Langstreckenflug – das soll gefeiert werden. Easyjet wird die Premiere wohl dominieren.
Rückumzug nach Tegel ist ausgeschlossen
Die zweite Umzugswelle ist für die Nacht vom 3. zum 4. November 2020 vorgesehen. In dieser Nacht ziehen 19 Airlines um – unter anderem Ryanair. Umzüge gibt es auch von Schönefeld (wohl bis 2030 in Betrieb) zum BER. Die dritte Welle ist für die Nacht vom 7. zum 8. November 2020 geplant. Nicht weniger als 31 Airlines ziehen dann in Tegel aus – zum Beispiel die Lufthansa, Austrian, Swiss, Air France, KLM, British, LOT, Iberia und SAS, die auch am BER ins Hauptterminal T1 ziehen werden.
Denkbar, dass es am 8. November noch Starts in Tegel geben wird. Doch auf jeden Fall werden dort an diesem Tag „alle betriebsrelevanten Ressourcen abgezogen, und der kommerzielle Flugbetrieb wird eingestellt“, so die FBB. Doch was ist, wenn der Betrieb am neuen Flughafen BER holpert? Ein Rückumzug nach TXL sei „ausgeschlossen“, heißt es. Tegel wird bald Geschichte sein.
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