Wer der Nachfolger wird, steht noch nicht fest. Doch ob man es glaubt oder nicht: Es gibt offenbar tatsächlich mehrere Kandidaten, die es sich zutrauen, den Bau des BER erfolgreich zu Ende zu bringen.
Vorige Woche hatte Brandenburg noch schützend die Hand über Mühlenfeld gehalten. Die vier Vertreter des Landes im Aufsichtstrat verhinderten den Rauswurf. Ihre Kritik: Es gab keinen Plan für die Nachfolge. Die abendliche Sitzung wurde ohne Ergebnis abgebrochen.
Seitdem glühten die Telefone. Nach Informationen des KURIER fanden noch an diesem Wochenende Gespräche mit mehreren Kandidaten statt. Einer von ihnen: Michael Clausecker. Er war früher als Bombardier-Manager in der Region tätig, ist in der Politik gut vernetzt.
Schon vor zwei Jahren war er als Nachfolger für Hartmut Mehdorn im Gespräch, unterlag aber gegen Mühlenfeld. Auch der Chef des Kölner Airports, Michael Garvens, gilt als Kandidat.
Ein Favorit sprang nach Informationen des KURIER dagegen am Sonntag ab: Thomas Weyer, Finanz-Vorstand des Flughafens München.
Er arbeitete bis 2008 am BER, als das Projekt noch in der Spur war. Er hätte eine besondere Qualifikation mitgebracht – in München war Weyer mitverantwortlich für den Bau des Terminals 2, das vor knapp einem Jahr eröffnete – pünktlich.
Wer Mühlenfelds Nachfolger wird, steht noch nicht fest.
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Möglicherweise dreht sich das Personalkarussell aber auch im Aufsichtsrat. Teile des Gremiums sind unzufrieden mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD), der den Vorsitz innehat. Es sei spürbar, dass er sich nicht so auf die Sitzungen vorbereiten könne, wie es nötig ist, sagte ein Aufsichtsratsmitglied dem KURIER.
Wie es heißt, stünde Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) als Nachfolger bereit. Weitere Konsequenz: Auch die Berliner Senatoren Klaus Lederer (Linke) und Dirk Behrendt würden den Aufsichtsrat wohl wieder verlassen.
Erst im Februar hatten sie die Mandate übernommen – auf Wunsch von Michael Müller, er wollte nicht alleine stehen mit der politischen Verantwortung. Nachfolger wären vermutlich Staatssekretäre, der Aufsichtsrat würde entpolitisiert.
Mühlenfeld hatte den Aufsichtsrat vor zwei Wochen gegen sich aufgebracht, als er ohne Absprache den BER-Technikchef Jörg Marks beurlaubte und einen Nachfolger verpflichtete. Es gilt als ausgemacht, dass Marks zurückkommt, wenn Mühlenfeld gehen muss.
Der Flughafenchef ist erst zwei Jahre im Amt. Wird er rausgeschmissen, so setzt sich eine unselige Tradition fort – dass ein Geschäftsführer aus freien Stücken den Flughafen verlässt, kam seit 2008 nicht mehr vor.
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