BER-Aufsichtsrat

Hier spaziert er durchs Spalier der Wut-Bürger

Nach dem Baustopp glauben viele Berliner nicht mehr an eine Eröffnung. Flughafen-Kontrolleure sehen Zeitplan unter Druck ...

Mike Wilms
Lesezeit 2 Min
Auge in Auge: Bürger konfrontieren BER-Koordinator Rainer Bretschneider (mit Aktentasche) mit ihren Forderungen. Aufsichtsratschef Michael Müller (u.) guckt missmutig auf dem Weg zur Sitzung.

Auge in Auge: Bürger konfrontieren BER-Koordinator Rainer Bretschneider (mit Aktentasche) mit ihren Forderungen. Aufsichtsratschef Michael Müller (u.) guckt missmutig auf dem Weg zur Sitzung.

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Wütende Berliner forderten: „Neuer Standort – jetzt!“ Sie glauben nach dem Baustopp am Terminal nicht mehr, dass der BER zu retten ist.

Abends machte der Aufsichtsrat dann ein bitteres Geständnis. Ob der BER je eröffnet, können wohl nur noch Propheten sagen.

Brandenburgs BER-Koordinator Rainer Bretschneider versuchte es mal mit einer zwiespältigen Aussage. Wenn es schlecht laufe, werde man im Chaos-Terminal „noch 15 weitere Fehler“ wie vergangene Woche finden.

Viel zu schwere Ventilatoren an der Decke, Verdacht auf Einsturz-Gefahr, Baustopp: So was kann der BER eigentlich nicht mehr gebrauchen.

Rainer Bretschneider gab sich trotzdem zuversichtlich: „Ich glaube nicht, dass der Eröffnungstermin von dieser Havarie gefährdet wird.“

Nach dem Krisentreffen hörte sich das allerdings ganz anders an: Der Terminplan für den BER gerät wieder unter Druck!

„Es gehört zur Wahrheit dazu, dass es knapp wird mit den Zeiten“, gestand Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD). Noch seien die zeitlichen Puffer zwar nicht aufgebraucht. Aber: Es gebe nicht mehr viel Spielraum.

Das Kontrollgremium forderte BER-Boss Karsten Mühlenfeld auf, bis Dezember „Maßnahmen zur Beschleunigung der Bautätigkeit“ zu erarbeiten.

Als Beispiele wurden mehr Personal und Wochenendarbeit genannt. Ziel bleibe, den Flughafen im Herbst 2017 zum Winterflugplan in Betrieb zu nehmen.

Das zweite große Thema der Sitzung war, wie so oft, das liebe Geld. Die neue Beschlusslage: Der BER wird mit Millionen-Aufwand erweitert!

Dafür habe man, so Müller, die ersten Weichen gestellt. Grund ist, dass der Neubau vom Start weg zu klein sein wird.

Der Aufsichtsrat gab 48 Mio. Euro für ein provisorisches Terminal frei, das ab 2018 als Regierungsflughafen dienen soll. Für weitere 17 Mio. Euro wird das alte Schönefelder Terminal erweitert. Es soll noch für Jahre genutzt werden. MOW

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