Bekifftes Wahlprogramm

Grüne wollen Biermeile trockenlegen

Da werden sicher viele schäumen: Die Grünen wollen die traditionelle Biermeile an der Karl-Marx-Allee trockenlegen. Gleichzeitig soll aber kein Berliner auf seinen Rausch verzichten müssen, denn dafür soll Hanf-Anbau auf dem Balkon erlaubt sein.

R. Gorny
Lesezeit 2 Min
Das Wahlprogramm der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg mit der Forderung nach Hanfanbau auf Balkonen ...

Das Wahlprogramm der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg mit der Forderung nach Hanfanbau auf Balkonen ...

© dpa Lizenz

Da werden sicher viele schäumen: Die Grünen wollen die traditionelle Biermeile an der Karl-Marx-Allee trockenlegen. Gleichzeitig soll aber kein Berliner auf seinen Rausch verzichten müssen.

Bis zu 800 000 Besucher strömten bisher immer im Spätsommer zur Festmeile. Ordnungsamtsstadtrat Peter Beckers (SPD): „Dort gibt’s keine Verstöße gegen den Jugendschutz.“ Doch im Wahlprogramm der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg ist nun Schlussmit lustig: „Koma-Saufen ist eine tödliche Angelegenheit, kein Volkssport! Wir setzen uns für die Abschaffung der jährlich stattfindenden Biermeile im Bezirk ein.“ Nur wenige Zeilen später steht: „Bei den illegalen Drogen befürworten wir eine Entkriminalisierung des Drogenbesitzes zum Eigengebrauch. Dies schließt auch einen Anbau von bis zu drei Hanfpflanzen auf Friedrichshain-Kreuzberger Balkonen mit ein.“

Das will selbst die eigene Parteispitze auf Landesebene nicht so einfach herunterschlucken. Andreas Schulze, Sprecher von Spitzenkandidatin Renate Künast, übt scharfe Kritik: „Hanf ist keine Bezirksangelegenheit. Unser Wahlprogramm gilt auch für Friedrichshain-Kreuzberg.“

Daniel Buchholz (SPD), Vize-Chef des Gesundheitsausschusses: „Bier wollen sie verbieten, aber illegale Drogen erlauben. Solche Widersprüche schaden Berlin.“ Innenausschuss-Vorsitzender Peter Trapp (CDU): „Ein Bier ist ein Nahrungsmittel, nur der übermäßige Genuss ist schädlich. Hanf kann hingegen dem Drogen-Konsum Vorschub leisten.“

Nur bei den Linken steht im Wahlprogramm: „Wir stehen für die Einführung staatlich regulierter Coffee-Shop-Modelle oder anderer regulierter Abgabeformen.“

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema