Zufrieden betrachtet Klaus Dieter Radant (56) den Rehrücken, schnuppert an der Wurst, die ihm Wildlieferant Jan Griebsch (33) im Korb hinhält. "Eins A Qualität, wie immer!", schwärmt der Chefkoch, der dort arbeitet, wo andere sich in ihrer Freizeit entspannen: Auf Schloss Diedersdorf.Seit Jahren kauft Radant sein Fleisch nur beim "Fläming"-Wildhandel im beschaulichen Ort Bardenitz. (www.flaeming-wildhandel.de)."Das Unternehmen ist ein zertifizierter Familienbetrieb. Das frisch geschossene Wildbret wird dort direkt untersucht und dann verarbeitet", erklärt Radant. Gerade nach dem aktuellen Dioxin-Skandal sei Wildbret eine interessante Alternative. Das Motto des Küchenchefs: "Was mir nicht schmeckt, das geht auch nicht über den Ladentisch", sagt der Spitzenkoch entschieden. Deshalb bietet er unter anderem am liebsten "Wild", "Rouladen mit Speck" oder "Schnitzel ohne Ende" an."Man muss schon viel Leidenschaft für den Beruf mitbringen", erklärt der 56-Jährige. "Denn Koch heißt auch verzichten." Ein Zwölf-Stunden-Tag ist die Regeln, schließlich gilt es, rund 200 Gäste täglich zu verwöhnen. "Bei größeren Banketten oder Hochzeitsgesellschaften sind es auch schon mal 1200 Gäste, die bekocht werden wollen", sagt Radant, der Chef über sechs Köche und vier Lehrlinge ist. "Da muss dann jeder mit anpacken."Anpacken, das hat der 125-Kilo-Mann gelernt. Schließlich war er in der Armee als Koch tätig. Große Mengen schrecken ihn daher kaum noch. Bis 1997 hatte Radant ein eigenes Restaurant in Schöneiche bei Berlin. Ab 1998 war er "Sous Chef" auf Schloss Diedersdorf, seit vier Jahren nun schon Chefkoch.Seine Vision: "Ich würde gern mehr jungen Leuten das Wissen vermitteln, finde aber leider zu wenig geeignete Bewerber, die den Job wirklich durchziehen wollen", sagt der Spitzenkoch, der immer wieder passende Azubis sucht, die wirklich bei ihm lernen wollen.Abschalten vom Stress der ganzen Hochzeiten und Firmen-Events kann Radant am besten beim Angeln.Zum Kochen hat er nach einem Zwölf-Stunden-Arbeitstag zu Hause meist keine Zeit und Muße mehr. "Daheim macht Frauchen mir Häppchen." Oder sein Leibgericht - und seine Augen fangen an zu strahlen: "Königsberger Klopse mit Kapernsauce!"------------------------------RADANTS GEHEIM-TIPPSWild braucht eine gewisse Vorbereitung.Man sollte es immer etwa drei bis vier Tage vorher marinieren - beispielsweise in Buttermilch mit Suppengrün, Lorbeer, Wacholder und Knoblauch. Andere Variante: in Rotwein.Man sollte immer darauf achten, dass das Fleisch gut abgehangen ist.Wenn der Saft aus dem Fleisch kommt, ist es "medium", dann sollte man es nocheinmal in der Pfanne wenden und kurz weiterbraten.Das Fleisch nicht mit einer Fleischgabel aufpiken, sondern unversehrt mit einer Kochzange (oder mit Fleischgabel und Hand) vorsichtig wenden.------------------------------Zwischenzeile: BEWERBER GESUCHTZwischenzeile: WILD ALS ALTERNATIVE
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