Beatrice Richter

„Bei mir kam nur selten ein Kerl vorbei“

Vielleicht spielt sie ja darum so gern mit ihrer Tochter – wie jetzt an der Komödie.

Karim Mahmoud
Lesezeit 3 Min
Die Schauspielerin Beatrice Richter (70).

Die Schauspielerin Beatrice Richter (70).

© dpa

Vielleicht liegt es ja am Stück: „Zuhause bin ich Darling“ von Drama-Queen Laura Wade (deutschsprachige Erstaufführung am 4. August) kommt in der Regie von Philippe Besson auf die Bühne, und es zeigt vor allem eins: dass Töchter sich nur selten genau so entwickeln, wie Mütter es gern hätten. 

Beatrice und Judith Richter spielen eine witzige Komödie

In diesem Fall weigert sich die schrille Judy (Judith Richter), in der emanzipierten Gegenwart ihrer Gebärerin zu leben und richtet sich – ganz rückwärtsgewandt – im Bieder-Biotop der 50er-Jahre ein. Röhrenradio, Blumenhocker, Nierentisch und Tütenstehlampe ... Was soll’s, Judy mag’s, und als wäre das nicht schal genug, gibt sie ihren Karrierejob auf und versucht, eine perfekte Ehe- und Hausfrau zu sein, ganz im Stil von Doris Day. Ihre Freunde (darunter Bürger Lars Dietrich als Marcus) finden das originell. Nur Mutter Sylvia (Beatrice Richter), die Judy in einer Kommune aufwachsen ließ, ist außer sich: „Wir gingen für dich auf diese Demos, damit du mutig und stark und besser wirst. Für das hier habe ich nicht gekämpft!“ Natürlich fliegen in dieser witzigen und temporeichen Komödie die Fetzen. Und man kann sich lebhaft vorstellen, dass es im Hause Richter ähnliche Konflikte gab und gibt. 

Beatrice Richter (links mit Tochter Judith in „Zuhause bin ich Darling“) hält Männer für überflüssig.

Beatrice Richter (links mit Tochter Judith in „Zuhause bin ich Darling“) hält Männer für überflüssig.

© Michael Petersohn (www.polarized.de)

Aber wie kam es eigentlich dazu, dass Mutter und Tochter jetzt gemeinsam auf der Bühne stehen? „Sie werden es nicht glauben“, frohlockt Mama Richter im KURIER-Interview: „Man hat uns beide angerufen und gefragt, ob wir beide wollen!“ Na ja, wenn Theaterchef Martin Woelffer etwas will, kriegt er es meistens auch. 

Beatrice Richter ist kein Fan von Männern

Mutter Entertainerin, die Tochter ebenfalls. Viele Schauspieler sehen es gar nicht gern, wenn ihre Kinder auch ans Theater gehen. Anders die Richters: „Da es sich herausstellte, dass wir nichts Vernünftiges können, hatten wir keine Wahl“, erklärt Beatrice ihre Gleichgültigkeit gegenüber Judiths Berufswahl. Und ein Mann, der hätte mitentscheiden können – nun, der war nicht zu greifen. 

Überhaupt die Männer! „Bei uns zu Hause kein Thema“, so Beatrice Richter prosaisch. „Da selten ein Kerl vorbeikam. Grundsätzlich finde ich beide Geschlechter überflüssig. Ich habe mich dann gegen meinen Willen für den Mainstream entschieden.“ Es ging ja trotzdem gut aus. Eine Frage muss sie dem KURIER dann aber doch noch beantworten: Was haben die Jungs eigentlich falsch gemacht? Richter: „Du lieber Gott, wer will schon mit einer Mischung aus Asperger und Autist glücklich werden? Da kann man nichts falsch machen, da kann man nur die Kurve kratzen.“

Karten fürs Stück ab 13 Euro unter Tel.: 030/88591188  

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