Beate Uwe Berlin

Multi-Kulti-Club-Betreiber tappen in die Nazifalle

Der KURIER klärt auf, warum ein Club in Berlin den selben Namen wie die NSU-Terroristen hat.

Peter Althaus
Lesezeit 2 Min
Der Club Beate Uwe in der Schillingstraße.

Der Club Beate Uwe in der Schillingstraße.

© Sabine Gudath Lizenz

Doch wie die Betreiber auf Anfrage des KURIER mitteilen, entstand die Bezeichnung ganz anders. "Der Name kam zustande, weil wir als Betreiberduo einen Doppelnamen wollten, der aus einem Frauen- und einem Männernamen besteht und damit sowohl uns beide als auch die unterschiedlichen Musikrichtungen (Freitags Soul, Funk, Jazz und Samstags elektronische Musik) repräsentiert, die bei uns gespielt werden", teilen Sam und Javid mit, die den Club betreiben. So sei der Name nach Freunden der beiden gewählt, die Beate und Uwe heißen würden.

Betreiber haben Migrationshintergrund

Die Namensgleichheit mit den NSU-Mördern hätte den Betreibern dennoch auffallen müssen. Der Club hat erst vor wenigen Monaten eröffnet. Die NSU-Terroristen wurden bereits im November 2011 gestellt. Doch der Zusammenhang wurde den beiden Betreibern erst zu spät offenbar. "[Das] fiel uns erst auf, als der Club bereits unter dem Namen eröffnet und unsere Internetseite online war", heißt es von den Clubbetreibern. Ändern lassen wollten die beiden den Namen dann nicht mehr. Sie setzen stattdessen darauf, dass der Club mit "internationalem Team und internationalem Programm", der zudem von "zwei Leuten mit Migrationshintergrund" betrieben werde, nicht in die rechte Ecke gestellt werden würde.

Und auch die Besucher scheinen gerne in den Club zu gehen. "Beate Uwe" gilt unter Nachtschwärmern als Geheimtipp. Der Laden sei oft nicht so voll wie die anderen hippen Hauptstadtclubs, das Personal sehr freundlich, wie das Szenemagazin BLN.FM schreibt. Besucher auf Facebook meinen: "Familiärer Club, guter Sound und entspanntes Publikum, ganz und gar mein Fall."

Ein peinlicher Irrtum bei der Namenswahl ist den Betreibern aber dennoch unterlaufen. Es käme schließlich auch keiner auf die Idee seinen Club Adolf oder Osama zu nennen. Schließlich gibt es auch noch viele andere Retro-Vornamen: Ingeborg, Wolfgang, Brunhilde, Werner beispielsweise.

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