Beamte vor Gericht

Polizisten vertuschen Prügelattacke

Ein Polizeikommissar drosch völlig grundlos mit dem Schlagstock zu, sieben seiner Kollegen sollen den bösen Ausraster vertuscht haben.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Eine Zeitung vor dem Gesicht, den Kopf gesenkt – diese Angeklagten sollen als Polizisten für einen angeklagten Kollegen Falschaussagen gemacht haben.

Eine Zeitung vor dem Gesicht, den Kopf gesenkt – diese Angeklagten sollen als Polizisten für einen angeklagten Kollegen Falschaussagen gemacht haben.

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Es sind erfahrene Beamte, 38 bis 55 Jahre alt. Alle waren mit ihrem Kollegen Enrico Z. (37) in der Silvesternacht 2011 im Einsatz. In Hellersdorf sollten sie eine Prügelei beenden. Acht Beamte standen zwei Männern gegenüber, die jede Menge Alk intus, aber keine Waffen hatten.

Daniel W. (24) ist das Opfer. Er hatte den Streit auf der Straße nicht angefangen, wollte nur einer belästigten Frau helfen. Als die Polizei kam, lag er auf dem Boden. Der Tiefbauer: „Mich trafen zwei Schläge.“

Es war der Schlagstock von Z., durch den es zu Platzwunden kam. Doch mit einem Lächeln sagte der Schläger: „Ist glatt gewesen, ich bin ausgerutscht.“ W. konnte es nicht glauben. Doch die an dem Einsatz beteiligten Polizisten hatten es laut Anklage als Unfall dargestellt.

Als Z. wegen Körperverletzung im Amt vor Gericht kam, packte er aus: „Ich habe impulsiv zugeschlagen, habe mich selbst erschrocken.“ Er habe sich anzeigen wollen. Doch sein Chef bei dem Einsatz habe vorgeschlagen: „Das machen wir anders, du bist gestürzt.“

Hauptkommissar M. (45), Oberkommissar E. (49) sowie vier angeklagte Kommissare verweigerten nun die Aussage. Für Z., der als Prügler zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde, damit im Dienst bleiben durfte, lag noch keine Aussagegenehmigung vor. Fortsetzung: Dienstag. KE.

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