München - Die Bayern am Scheideweg. Heute gibt es im Champions League-Achtelfinale die Neuauflage des letztjährigen Finalduells mit Inter Mailand (20.45 Uhr/Sat.1). Und am Sonnabend kommt Tabellenführer Borussia Dortmund zum Rekordmeister. Den Schlager zwischen seinen beiden Ex-Klubs, die er jeweils zum Sieg in der Champions League führte, will Ottmar Hitzfeld (62) zu Hause am TV verfolgen. KURIER-Reporter Markus Krücken sprach mit dem 62-Jährigen.KURIER: Herr Hitzfeld, die Bayern stehen vor der Woche der Wahrheit. Wie, glauben Sie, wird diese ausgehen?Ottmar Hitzfeld: Heute Abend tippe ich auf einen 2:1-Sieg der Bayern. Nicht nur, weil ich ihnen sowieso die Daumen drücke. Ich traue den Bayern das Finale wieder zu. Wegen der tollen Offensive. Franck Ribery und Arjen Robben sind eine Klasse für sich und heben das Niveau deutlich an. Durch die beiden Kreativköpfe sind die Bayern einfach unberechenbarer. Robben macht den Unterschied. Ganz wichtig für mich ist auch, dass Inter Mailand in der Abwehr nicht mehr so gefestigt ist wie im Finale des vorigen Wettbewerbs.Danach schielt die Liga aufs "Meisterschaftsendspiel" gegen Dortmund. Wem drücken Sie da die Daumen?Da muss ich doch neutral sein. Obwohl ich noch ein wenig mehr an den Bayern hänge als am BVB.Ganz wichtig aber: Wie geht das Spiel aus?Ich glaube nicht, dass Dortmund in München gewinnen kann. Da geht es ums Prestige, die Bayern-Spieler werden richtig heiß auf die Borussia sein. Allerdings wird viel davon abhängen, wie sie aus Mailand zurückkommen werden. Ich tippe auf ein Unentschieden.Damit wäre Borussia wohl vorzeitig Meister.Auch wenn die Bayern die Borussia schlagen, werden sie nicht Meister. Ich bin total davon überzeugt, dass Dortmund den Titel holt. Die Mannschaft hat ihn sich verdient.Welchen Anteil hat Jürgen Klopp daran?Klopp ist der Bayern-Trainer der Zukunft. Aber für die nächsten Jahre hat er ganz gut daran getan, erst einmal in Dortmund zu verlängern.Wie passt das zusammen?Er hat in Dortmund angefangen, etwas Großes aufzubauen. In München ist ein ganz anderes Umfeld. Dort hätte Klopp niemals diese Machtfülle, die er in Dortmund hat.------------------------------BU: ... am 23. Mai 2001 stemmt der Trainer nach einem Elferkrimi gegen Valencia die Trophäe in den Abendhimmel.Mit Dortmund gewann er schon 1997 den Pott.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com