Die Flughafengesellschaft FBB hatte schon am Freitag Teile des Terminals gesperrt. Bei der Vorbereitung des Einbaus von Schornsteinen war rausgekommen, dass drei der 20 Dachfelder womöglich nicht tragfähig sind.
Noch kurz vor der verschobenen Eröffnung 2012 waren stärkere Rauch-Ventilatoren eingebaut worden. Sie waren mit vier Tonnen aber doppelt so schwer wie die alten Gebläse, sodass die Bühnen, die sie tragen, überlastet sein könnten.
Das Landratsamt teilte FBB-Technikchef Jörg Marks den Baustopp mit und verlangte: Legt uns geprüfte Unterlagen vor, damit es gegebenenfalls wenigstens dort weitergeht, wo keine überschweren Ventilatoren über den Arbeitern hängen.
FBB-Sprecher Ralf Kunkel erklärte: „Die FBB wird – wie am Sonntag angekündigt – einen neuen statischen Standsicherheitsnachweis für die drei Terminaldachfelder erstellen, auf denen der Gutachter Überschreitungen festgestellt hatte.“
Der Abgeordnete Andreas Otto (Grüne): „Die FBB hat alles Vertrauen verspielt. Offenbar hat die Bauaufsicht in Königs Wusterhausen als einzige noch einen klaren Kopf. Entweder beweist die FBB, dass kein Problem besteht. Oder die Belastung ist zu hoch. Dann muss man die Konstruktion abbauen – sehr aufwendig! Oder man muss den teureren, zeitaufwendigen Weg gehen, das Dach zu ergänzen oder das Tragwerk zu verstärken.“
Der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende Michael Müller (SPD) habe jetzt was zu erklären.
Müller ließ dann auch zu dem „Rückschlag“ mitteilen: „Wir erwarten, dass die Geschäftsführung Aufsichtsrat und Öffentlichkeit sehr schnell und vollumfänglich informiert. Erst nach einem umfassenden Bericht kann abgeschätzt werden, welche Konsequenzen der vorläufige Baustopp haben wird.“
Ottos Kollegin Jutta Matuschek (Linke) ist fassungslos. „Ich frage mich, warum es über drei Jahre nach der verpatzten Eröffnung herauskommt, dass die Statik nicht in Ordnung ist. Wir hatten mehrere Mängel-Erfassungen. Die seither ausgegebenen Millionen sind offenbar verpufft. Die Eröffnung im Herbst 2017 wird immer fraglicher.“
„Frühere FBB-Geschäftsführer haben den Aufsichtsrat bewusst über den Zustand auf der Baustelle getäuscht“, höhnt Stefan Evers (CDU) – „Karsten Mühlenfeld wird offenbar nicht einmal mehr von den eigenen Leuten informiert!“
Müller müsse umgehend für reibungslosen internen Informationsfluss sorgen. Müller steht auch blamiert da.
Ende 2014 hatte er dem Abgeordnetenhaus verkündet: „Nach Angaben der FBB wurden in keinem Bereich des Terminals zu hohe Deckenlasten festgestellt.“ Maßnahmen seien nicht erforderlich ... GL, MOW, NKK
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