„Hier war’s! Hier bin ich auf die 10. POS Lichtenberg gegangen“, sagt Michael Grunst beim Baustellen-Besuch an der Gensinger Straße. In der Sporthalle, die so nah an der Wohnung seiner Familie lag, habe er damals viele schöne Stunden mit Fußballspielen verbracht. Als Bezirksbürgermeister lässt Grunst die marode Sporthalle jetzt sanieren.
Bis zum Ende der Sommerferien müssen die Bauarbeiter noch viel schuften.
© Christian Schulz
Gleiches würde er wohl auch gern mit dem alten Schulhaus tun. Doch leider steht es schon lange nicht mehr. Nach der Wende wurden in den Ost-Bezirken viele Schulen geschlossen und abgerissen. „Aber die Zeiten ändern sich“, betont Grunst. „Heute machen wir in Berlin wieder eine Schulbauoffensive.“ Allein in Lichtenberg sollen in den nächsten zehn Jahren 900 Millionen Euro in Schulbau, Schulsanierung und in die Wiedereröffnung geschlossener Schulen fließen.
Es muss schnell gehen: Lichtenberg testet die Holzmodul-Bauweise
„Der Bedarf ist groß, denn immer mehr Familien mit schulpflichtigen Kindern ziehen in den Bezirk“, sagt Grunst. Ein Beispiel für die dringend nötige Wiederbelebung geschlossener Schulstandorte will er in der Paul-Junius-Straße 69 vorführen. Dort sind die Bauarbeiten unter der Leitung von Architektin Jennifer Wenzel in vollem Gange. „Wir bringen die alte Schule vom DDR-Bautyp SK 68 in eine neue, zeitgemäße Form“, sagt sie. Kosten: 11,1 Millionen Euro.
Arbeiter Frank Witschel (50) hat auf der Sporthallen-Baustelle alles im Griff.
© Christian Schulz
Flott gehen soll es in Lichtenberg auch beim Neubau von Schulen. Deshalb testet man jetzt die sogenannte Holzmodul-Bauweise. In der Sewanstraße 43 und der Konrad-Wolf-Straße 11 werden zwei Schulen nach diesem Prinzip errichtet. „Ein Vorteil ist neben der geringen Bauzeit von knapp einem Jahr auch die Preislage von 25 Millionen Euro pro Schule“, sagt Bezirksbürgermeister Grunst. Das Geld erhält Lichtenberg aus dem Topf der Schulbauoffensive des Landes Berlin.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com