Die häufigste Frage beantwortet Guide Jörg Freyer (59) nicht. „Die Wiedereröffnung ist unklar“, sagt er knapp. Genauso, wie hoch die Überschreitung der 242 Millionen Euro Baukosten wird.
Seit fast vier Jahren wird saniert, ständig gibt es neue Probleme. Das interessiert die Besucher schnell nicht mehr. Zwei Stunden lang geht es im Galopp Jörg Freyer hinterher über die riesige Baustelle. Treppen hoch und runter, eilen sie durch die ehemalige Kantine, die Restaurant für alle wird. Die Schaulustigen lächeln „Aha“, freuen sich wohl auf Mahlzeiten mit Promis.
Zuschauerraum wird gewohnt prunkvoll
Im Zuschauerraum, komplett mit Gerüsten zugebaut, lugen sie bewundernd stumm an den neuen Säulen nach oben. „Die Torte ist eingelagert“, erklärt Jörg Freyer. Die von Richard Paulick 1951 bis 1955 angebrachte goldverzierte runde Decke steht jetzt hochkant in Stücke geschnitten im Gerüst.
Im 3. Rang enthüllt sich das Geheimnis des bald fünf Meter höheren Raums: Dadurch klingt der Ton länger (1,6 Sekunden statt 1,1 Sekunden), aber das interessiert keinen. Dabei hat Generalmusikdirektor Daniel Barenboim lange darum gekämpft. Freyer erklärt, wie es geht: „Eine Stahlkonstruktion.“ Die Erhöhung erkennt man von außen nicht. „Alles muss hinterher wieder so aussehen wie vorher, das will der Denkmalschutz so.“ Die Besucher nicken beruhigt.
Endgültig platt und baff sind sie beim Blick in die zehn Meter tiefe Baugrube des Bühnenturms. „Interessant“, sagt Praktikantin Lisa (25) ermattet, aber beeindruckt.
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