Dass die städtischen Gesellschaften ihre Bestände bis 2026 durch Neubau oder Ankauf auf 400.000 Wohnungen erhöhen sollen, sei richtig. Aber das müsse konkret geplant werden – Grundstück für Grundstück.
In Mitte müsse die Zahl dieser Wohnungen von 27.000 auf 37.000 steigen – und das gehe nur, wenn sich die Bezirksverordneten bewegen. Immerhin: Dank Großer Koalition werde es einfacher, Grundstücke vom Bund zu übernehmen, etwa am Molkenmarkt oder in der Breiten Straße.
Mieter vor Verdrängung bewahren
Potenzial sei absehbar für den evangelischen Friedhof St. Johannes Evangelist im Norden des Bezirks Mitte. Wenn die Pietätsfristen für die letzten Gräber endet soll er bebaut werden, bekräftigte Gothe. Neue Milieuschutzgebiete sollen Mieter vor Verdrängung bewahren, sagte er. Für die Bereiche Soldiner, Reinickendorfer und Kattegatstraße sowie am Humboldthain-Nord/West seien die Befragungen im Gang. Für die Wohnviertel Lützow-, Körner- und Oranienburger Straße sowie für das Alexanderplatzviertel würden sie vorbereitet, sagte er.
Sozialwohnungen in Gesundbrunnen
© imago/Schöning
Auch in Mitte kaufen städtische Gesellschaften privaten Wohnungsbestand. „Wir müssen sie ermutigen, noch aggressiver zu werden“, so der Stadtrat. Das sollte auch die Möglichkeit einschließen, „Preise zu zahlen, bei denen wir sagen: Mannomann!“ Klar sei, dass die Immobilienpreise weiter steigen werden, sagte Gothe. „Heute sagen wir: Das ist teuer! In fünf Jahren sagen wir: Gut, dass wir damals gekauft haben.“
An die 22.000 Flüchtlinge, deren Asylantrag genehmigt wurde, müsse ebenfalls gedacht werden. Um sie zu integrieren, sollte bei Bauprojekten Wohnraum für sie reserviert werden.
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