Baumblütenfest in Werder

Alles bleibt anders!

2020 wird doch wieder gefeiert, aber es soll keine „Ballermann“-Party werden.

Jens Blankennagel
Lesezeit 2 Min
Etwa 300.000 Besucher kamen sonst innerhalb von zehn Tagen zum Baumblütenfest.

Etwa 300.000 Besucher kamen sonst innerhalb von zehn Tagen zum Baumblütenfest.

© picture alliance / Nestor Bachma

Abkehr vom „Ballermann“-Image versprach zu wenig Gewinn

Die Stadt hatte sich nach mehr als zehn Jahren der ständigen Beschwerden von lärmgeplagten Einwohnern das Ziel gesetzt, das größte Volksfest im Osten wieder zu einem stilleren und familientauglichen Fest zu machen. Doch die Abkehr vom umsatzkräftigen „Ballermann“-Image versprach zu wenig Gewinn und niemand war bereit dazu. Also wurden die Feste für 2020 und 2021 abgesagt. Doch nun ist klar: Auch im Mai kommenden Jahres wird eine Art Baumblütenfest gefeiert.

Das haben die Stadtverordneten in Werder beschlossen. „Es steht dann unter dem Motto Baumblüte in den Höfen und Gärten“, sagt Stadtsprecher Henry Klix dem KURIER. Das Fest hat seinen Ursprung darin, dass in Werder – das seit 200 Jahren als der größte Obstgarten von Berlin bezeichnet wird – jedes Jahr die Baumblüte gefeiert wird, dass dann Berliner rausfahren, um mit süßem Obstwein den Beginn des Frühlings feiern. Dafür öffnen viele Werderaner ihre blühenden Gärten, bieten Schmalzstullen an sowie Kuchen und Wein.

Es gab aber auch ein großes Spektakel mit Rummel, Lärm und „Fressmeile“ in der Stadt. „Im nächstes Jahr heißt es definitiv: Zurück zu den Wurzeln“, sagte Klix. „Es wird keinen Rummel geben, keine zentrale Festmeile, keine Buden.“

„Im nächstes Jahr heißt es definitiv: Zurück zu den Wurzeln“

Aber Einwohner und Obstbauern sollen die Chance haben, ihre Gärten und Plantagen ganz traditionell zu öffnen. Es wird also ein sehr stilles Baumblütenfest. Kurz gesagt: eine Art Bürgerfest von unten.

Gleichzeitig läuft nun ein Beteiligungsverfahren für die Einwohner. Die Frage dabei ist: Wie soll das Fest künftig aussehen? Die Bürger werden über das Internet befragt. Daraus soll ein Konzept entwickelt werden.

In welche Richtung es geht, ist zu erahnen. Stadtsprecher Klix sagt, bei der Befragung zeichne sich ab, dass es keine Mehrheit dafür gibt, die Baumblüte als Großspektakel weiterzuführen.

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