Allein 2016 fielen 5222 Straßenbäume der Säge zum Opfer, aber neu gepflanzt wurden nur 1797. Der Grund für fehlende Nachpflanzungen ist Geldmangel. Deshalb wendet sich der Senat jetzt an die Bürger. Er sucht Baumpaten, die in Straßenbäume und damit in die Luftqualität investieren. Im Herbst sollen 550 neue Bäume gepflanzt werden.
Rund 1.350 Euro werden benötigt, damit ein Straßenbaum gepflanzt und in seiner dreijährigen „Baumkindheit“ besonders gepflegt werden kann. Wenn ein Berliner jetzt 500 Euro oder mehr spendet, wird der fehlende Restbetrag aus Landesmitteln finanziert. Hinzu kommt, dass der Standort für den Baum selbst ausgesucht werden kann.
Viel liegt an der Spendenbereitschaft
Natürlich sind auch kleinere Spenden willkommen. Der Geber wird so anteilig zum Paten eines Baums, den mehrere Bürger finanzieren. Gepflanzt wird vor allem in Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln. Die dafür konkret vorausgewählten Kieze stehen seit 1. Mai auf der Website der Senatsumweltverwaltung.
Ob das Ziel von 550 Neupflanzungen erreicht oder sogar überschritten wird, hängt von der Spendenbereitschaft ab. Viele Verbände, Initiativen, Unternehmen und Einzelpersonen haben sich schon für Berlins Straßenbäume eingesetzt.
Bisher wurden im Rahmen früherer Baumkampagnen etwa 7000 Straßenbäume gepflanzt und 740.000 Euro an Spenden eingenommen. Die von Bürgern ermöglichten Pflanzungen erfolgen in jedem Fall zusätzlich zu den regulären Neupflanzungen der Bezirke.
Die Grafik zeigt, in welchen Kiezen wie viele Bäume gepflanzt werden sollen.
© privat
Linde, Ahorn, Eiche, Platane und Kastanie
Der Senat weist darauf hin, welche große Bedeutung die Straßenbäume für das Stadtklima haben. Sie versorgen Menschen mit der nötigen Atemluft, spenden Schatten, verbessern das Klima, filtern den Feinstaub aus der Luft, bieten Lebensraum für Tiere. Im Schnitt stehen an jedem Kilometer Stadtstraße heute 82 Bäume. Auch in Parks, auf Spielplätzen und Schulhöfen sind Bäume ein wichtiger Erholungsfaktor.
Besonders gern gepflanzte Straßenbäume sind: Linde, Ahorn, Eiche, Platane und Kastanie.
Bis 15. September werden Baumpaten gesucht
Im historischen Vergleich hat Berlin heute eigentlich keinen extrem geringen Baumbestand. Die Stadt konnte ihren im Zweiten Weltkrieg stark dezimierten Bestand durchaus wieder aufbauen. Der Rückgang von 411.000 Straßenbäumen im Jahr 1939 auf 161.000 im Jahr 1946 wurde kompensiert.
So hatte Berlin zur Wiedervereinigung 1990 einen Bestand von 370.000 Straßenbäumen, heute sind es 440.000 – mehr als vor dem Krieg. Das Problem war in den letzten Jahren aber, dass der Bestand erneut schrumpfte.
Stattdessen hätte er aufgrund steigender Umweltbelastungen weiter anwachsen müssen.
Wer jetzt Baumpate werden will, kann das bis 15. September tun.
Weitere Infos zu den Spendenmöglichkeiten gibt es unter: www.berlin.de/stadtbaum
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