Kälteschock

Bauernregel warnt vor Kälteeinbruch: Der Winter kommt schon in zwei Wochen

Der 29. September gilt als Schicksalstag der Bauernregeln. Weil viel Sonne erwartet wird, könnte laut alter Wetterweisheit ein früher Winter drohen.

Foto von Autor/Autorin: Stefan Henseke
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Mit Raureif überzogene Bäume: Laut einer alten Bauernregel könnte es schon Mitte Oktober sehr kalt werden.

Mit Raureif überzogene Bäume: Laut einer alten Bauernregel könnte es schon Mitte Oktober sehr kalt werden.

© Thomas Warnack/dpa

Für die einen sind sie purer Aberglaube, andere schwören darauf: alte Bauernregeln, die das Wetter nach bestimmten Tagen vorhersagen. Und jetzt kommt wieder so ein wichtiger Tag, der darüber entscheiden soll, wie der Winter 2026/27 wird: der 29. September, der Michaelstag, benannt nach Erzengel Michael. Treffen die Regeln zu, dürfte ein erster Winterbruch schon früher als bisher gedacht kommen. Schon in gut zwei Wochen könnte es laut Bauernregeln und Wetterbericht für den 29. September sehr kalt werden. Was Meteorologen sagen.

Michaelstag am 29. September: Scheint dort die Sonne, wird es schnell kalt

Genau der 29. September ist einer der wichtigsten Tage im Kalender der Bauernregeln. Das war der Tag, an dem früher das Bauernjahr endete, die Vorbereitungen für das neue begannen – und das kommende Wetter besonders wichtig für die Planung war. So gibt es für dieses Datum gleich drei sehr wichtige Bauernregeln, die erklären sollen, wie es mit dem Wetter weitergeht.

Bauernregel 1: Regnet’s am Michaelistag, folgt milder Winter nach. Wenn aber Michael der Wind kalt weht, ein harter Winter zu erwarten steht.

Bauernregel 2: Auf nassen Michaeltag nasser Herbst folgen mag.

Bauernregel 3: Gibt Michaeli Sonnenschein, wird in zwei Wochen Winter sein.

Der Blick in die Prognose des Deutschen Wetterdienstes DWD zeigt: Die Bauernregeln 1 und 2 werden wohl in diesem Jahr nicht zur Anwendung kommen: Für den 29. September (Dienstag) wird kein Regen erwartet, es wird nicht nass, allenfalls im Norden kann es etwas tröpfeln.

Im Norden und Nordwesten ziehen laut DWD zwar Wolken auf, es bleibt  aber meist trocken. Und: In den übrigen Regionen wird nach Nebelauflösung viel Sonne erwartet. Es könnte sogar der wärmste Tag der Woche werden: Die Temperaturen steigen auf 23 bis 29 Grad, im Südwesten auf bis zu 31 Grad. Nur an den Küsten bleibt es mit 20 Grad etwas frischer.

Das spricht für die Bauernregel zum Michaelstag

Genau das Wetter, das am 29. September für Bauernregel 3 spricht. Gibt Michaeli Sonnenschein, wird in zwei Wochen Winter sein. Natürlich: Die Bauern von damals hatten keine wissenschaftlich fundierten Wettervorhersagen, sie mussten sich eigene Regeln aufstellen, um planen und überleben zu können.

Heute treffen Bauernregeln oft nicht mehr ein, das Klima hat sich verändert, es gibt neue Wettermodelle – und die Bauern haben damals oft nur die Wetterveränderungen direkt vor ihrer Haustür beobachtet. Außerdem ist es schwierig, Wettervorhersagen von einem einzelnen Tag abhängig zu machen. Meteorologen setzen auf längere Betrachtungszeiträume, um daraus statistische Prognosen abzuleiten.

Perfekter Altweibersommer: Für den 29. September wird ein sonniger Herbsttag vorhergesagt.

Perfekter Altweibersommer: Für den 29. September wird ein sonniger Herbsttag vorhergesagt.

© peppi/imago

Aber ganz aus der Luft gegriffen sind die überlieferten Bauernregeln nun doch nicht, die Bauern von damals haben das Wetter schon gut beobachtet. So untermauert das Wetterportal wetter.de die Bauernregel „Regnet es am Michaelstag, folgt ein milder Winter nach“ mit Zahlen.

Wie genau sind die Bauernregeln?

„Endet der September mit Regenwetter, ist eher ein milder als ein kalter Winter zu erwarten“, heißt es dort. In knapp zwei von drei Jahren etwa (65 Prozent) fiele dann der Winter im Mittel zu mild aus, in drei von fünf Jahren liege die Temperatur sogar auch in allen Einzelmonaten über dem Durchschnittswert. Damit seien tatsächlich nur recht kurze Episoden mit kaltem Winterwetter zu erwarten.

Doch wie sieht es jetzt mit der Sonne am 29. September aus? Wird es wirklich 14 Tage später schon bitterkalt? Die bisherigen Prognosen, die auch die Auswirkungen des diesjährigen Super-El-Nino einbeziehen, gehen eher von einem zu milden Winter aus. Doch: „Ein milder Winter heißt nicht durchgehend mild!“, sagt Dominik Jung von wetter.net. Eine echte Schnee- und Frostbombe mittendrin wäre also durchaus möglich.

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