Fit war er. Aber Neuhaus hatte Silvio den Vorzug gegeben, weil er sich mehr Torgefahr von dem Brasilianer versprach. „Ich war schon davon überrascht. Auch weil Neuhaus nicht mit mir gesprochen hat“, meinte Unions Spielmacher angefressen. „Ich muss es akzeptieren“, schob er zwar nach. Aber im Grunde sieht er das anders. „Ich verstehe das nicht. Und mehr möchte ich nicht dazu sagen. Um mich selbst zu schützen.“
Das Tischtuch zwischen Unions Trainer und seinem Regisseur ist zwar nicht zerschnitten, aber die heile Welt hat erste Risse bekommen. Dass die Maßnahme auch nach hinten losgehen könnte, dessen war sich Neuhaus bewusst. „Es war keine einfache Entscheidung. Aber manchmal muss man sein Ding durchziehen, wenn man davon überzeugt ist.“ Auf die Sechs hatte er Tusche nicht beordern wollen, „weil er defensiv nicht so gut“ sei wie Karl oder Parensen. Und vorne hatte er sich von Silvio mehr Durchschlagskraft versprochen, weil der „mehr in den Sechzehner“ ginge.
Neuhaus bemühte sich, kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Das Ganze sei kein fahrlässiges Experiment gewesen, sondern der taktischen Situation des 1860-Spiels geschuldet gewesen. So wie in der Vorwoche, als Stammkraft Markus Karl sich gegen Bochum zunächst auch nur auf der Bank wiederfand.
„Natürlich hat er als Kapitän weiter gute Karten auf Einsätze. Außerdem habe ich Tusche nicht für alle Zeiten abgesetzt oder verbannt.“ Mag stimmen. Aber alltäglich ist so ein Vorgang eher nicht.
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