Heftiger Schmerz

Die Lunge tut weh, die Speiseröhre brennt immer wieder: Das steckt dahinter!

Brennen hinter dem Brustbein? Fünf Hausmittel gegen Sodbrennen und so erkennen Sie, wann der Brustschmerz ein Notfall ist.

Foto von Autor/Autorin: Mariella Mandurino
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Immer wieder ein lästiges Brennen hinter dem Brustbein: Dahinter kann Sodbrennen stecken.

Immer wieder ein lästiges Brennen hinter dem Brustbein: Dahinter kann Sodbrennen stecken.

© Christin Klose/dpa

Es drückt und brennt hinter dem Brustbein, manchmal bis hoch in den Hals. Viele denken bei solchen Beschwerden zuerst an Lunge oder Herz. Dabei steckt oft etwas ganz anderes dahinter: Sodbrennen. So erkennen Sie, wie es sich anfühlt, wen es trifft und welche fünf Hausmittel schnell helfen.

So fühlt sich Sodbrennen an

Beim Sodbrennen fließt saurer Mageninhalt zurück in die Speiseröhre. Das Gesundheitsportal gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt es als „brennendes Gefühl, das vom Oberbauch oder aus der Region hinter dem Brustbein nach oben zum Hals strahlt“.

So entsteht im Körper Sodbrennen.

So entsteht im Körper Sodbrennen.

© KI-generiert

Dazu kommt laut Barmer häufiges Aufstoßen. Bei einer Refluxkrankheit sind auch ein Brennen im Rachen und ein schlechter Geschmack im Mund möglich. Laut dem Ärzteportal Deximed können außerdem anhaltender Reizhusten, Heiserkeit und eine belegte Stimme auftreten. Kein Wunder also, dass manche glauben, mit ihren Atemwegen stimme etwas nicht. Laut InnKlinikum Altötting und Mühldorf ist Reflux sogar „die häufigste Ursache für nicht vom Herz ausgehenden Brustschmerzen“.

Wen Sodbrennen trifft und ab welchem Alter

Sodbrennen ist eine Volkskrankheit. Laut IQWiG haben in westlichen Ländern bis zu 25 von 100 Menschen immer wieder Beschwerden wie Sodbrennen oder Aufstoßen, laut Deximed ist in Deutschland etwa jeder fünfte Erwachsene betroffen.

Gelegentliches Brennen nach einem üppigen Essen kennt fast jeder. Ein festes Einstiegsalter gibt es nicht. Eine Fragebogenstudie der Uniklinik Köln mit 268 zufällig ausgewählten Kölnern (vorgestellt 2007) fand nur geringe Unterschiede zwischen den Altersgruppen, aber zwei Gipfel: Zwischen 40 und 50 Jahren und zwischen 60 und 70 Jahren hatten jeweils rund 45 Prozent Sodbrennen. Bei den 40- bis 50-Jährigen waren vor allem Männer betroffen, bei den 60- bis 70-Jährigen vor allem Frauen.

Refluxbeschwerden treten mit zunehmendem Alter vermehrt auf. Die Mediziner Joachim und Christian Labenz schreiben in der Pharmazeutischen Zeitung: Die Beschwerden werden im Laufe des Lebens eher schwächer, die Schäden an der Speiseröhre aber größer.

Die fünf besten Hausmittel für die Soforthilfe

  • Stilles Wasser oder Kamillentee: Die Helios Kliniken empfehlen milde Getränke wie stilles Wasser oder Kamillentee, auch die Barmer rät zu Kräutertee. Finger weg von Kaffee, Alkohol, Säften und Sprudel.
  • Zwieback, Weißbrot, Banane: Die Helios Kliniken raten zu trockenem Weißbrot, Zwieback, Kartoffeln oder Bananen, denn sie binden überschüssige Magensäure.
  • Kaugummi kauen: Kauen regt den Speichelfluss an, und Speichel kann kleine Mengen Säure in der Speiseröhre neutralisieren.
  • Oberkörper hoch: Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper oder stellen Sie das Kopfende des Bettes höher. Denn Sodbrennen tritt typischerweise nach dem Essen, nachts und in Rückenlage auf. Die letzte Mahlzeit sollte zwei bis drei Stunden vor dem Schlafen sein.
  • Hosenbund lockern: Möglichst keine beengende Kleidung tragen. Also: Gürtel auf, Bund lockern.
Kaugummis regen die Speichelproduktion an. Das kann man sich zunutze machen, um eine Sodbrennen-Attacke einzudämmen.

Kaugummis regen die Speichelproduktion an. Das kann man sich zunutze machen, um eine Sodbrennen-Attacke einzudämmen.

© Zacharie Scheurer/dpa

Lieber kein Natron und Kaffee-Pause

Ein Teelöffel Natron in Wasser gilt als Omas Klassiker. Die Pharmazeutische Zeitung nannte Natron aber schon 2008 „obsolet“: Im Magen entsteht Kohlendioxid, das die Magenwand dehnt und so die Säureproduktion erst recht ankurbeln kann. Zudem drohen zu viel Natrium im Blut und eine Störung des Säure-Basen-Haushalts. Natron neutralisiert die Säure nur kurz, hemmt ihre Produktion aber nicht. Und: Backpulver hilft nicht gegen Sodbrennen. Wer unsicher ist, fragt besser in der Apotheke.

Bei Sodbrennen sollte man erstmal eine Weile auf Kaffee verzichten. Eine aktuelle Auswertung von 40 Studien mit über 122.000 Menschen von US-Forschern (2026) zeigt: Kaffeetrinker haben etwas häufiger eine Refluxkrankheit, rund 35 gegenüber 31 Prozent. Wie bedeutsam das im Alltag ist, sei aber unklar. Wer merkt, dass Kaffee das Brennen auslöst, lässt ihn besser weg.

Tritt das Brennen jede Woche oder sogar mehrmals täglich auf, besteht Handlungsbedarf, also ab zum Arzt. Weitere Warnzeichen: Schluckbeschwerden, ungewollter Gewichtsverlust, plötzliche oder stärker werdende Schmerzen, Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl.

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