Das Internet soll mit schuld sein, dass der Tanztempel von der Amüsierbühne abtritt. Inhaber Herbert Gottschlich (66) zum KURIER: „Nach über 30 Jahren Ballhaus ist es für mich Zeit, loszulassen. Ich mache Schluss, will mal was anderes machen.“
Der Wirt räumt ein, dass Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent in den vergangenen Jahren die Entscheidung leicht machten. Und das hat Gründe: „Die Dauerbaustelle auf der Chausseestraße und mangelnde Parkplätze schrecken viele Leute ab.“
Hinzu kommt, dass sich viele Menschen inzwischen übers Internet kennenlernen und nicht mehr in Flirttempeln wie dem Ballhaus. Auch diverse Auflagen vom Umweltamt bestärkten seinen Entschluss. „In den letzten Jahren konnten wir keine Livebands mehr engagieren, weil sich Anwohner über den Lärm beschwerten“, so Gottschlich. Dabei waren Livebands schon immer der Renner in dem Tanzlokal, das schon in den 20er-Jahren ein angesagter Amüsiertempel war.
1905 erbaut und als Bürgerlokal „Zum Alten Baden “ samt Kaffeegarten eröffnet, wurde es 1911 zu „Schwantkes Festsäle“, später zum „Chaussee-Palast “ und schließlich zum „Ballhaus Berlin“.
Wie es 2014 mit dem Tanzlokal weiter geht, ist noch offen. Zwar hat sich bereits ein Nachmieter gefunden, aber man weiß ja nie ...
Tipp: Bevor es mit dem Ballhaus zu Ende geht, wird noch zweimal heftig gefeiert. Die offizielle Abschiedsparty startet am 28. Dezember – im Gegensatz zur Silvesterparty gibt es noch wenige Restkarten. Und was nimmt Herbert Gottschlich an seinem letzten Arbeitstag mit nach Hause? „Ein schwarzes Telefon natürlich“, sagt er.
Restkarten: www.ballhaus-berlin.de
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