Der Reihe nach: Dynamo Moskau hat ein Geldproblem. Nicht, dass sie davon zu wenig haben. Nein, sie haben zu viel. Zu viel in den vergangenen Jahren ausgegeben. Deshalb wurden sie von der Uefa wegen Verstoßes gegen das Financial-Fair-Play von der Europa League ausgeschlossen.
Der Klub muss entschlacken. Die Spielergehälter sollen gekürzt werden und dazu nicht mehr in Euro, sondern in Rubel ausgezahlt werden.
Weniger Geld in einer Liga, die nicht zu den Top-Spielklassen gehört? Dann lieber weniger Gehalt in der Bundesliga! So ungefähr sind die Gedanken von Ungarns Kapitän Dzsudzsak, der vor drei Jahren von halb Europa gejagt wurde. Dazu die enge Verbindung mit Pal Dardai, der den Flügelflitzer seit Jahren kennt und ihn zu Hertha holen will. Solche Beziehungen können Gold wert sein, um einen Transfer zu realisieren. Aber tatsächlich auch im Fall Dzsudzsak?
Rund zwei Millionen Euro Ablöse will Dynamo für den offensiven Mittelfeldspieler, dessen Vertrag im Dezember ausläuft, haben. Das wäre mit etwas Anstrengung für Hertha machbar. Zum Beispiel, wenn ein paar Scheichs für Ronny noch dein paar Kröten zahlen. Oder ein Klub in der Türkei, in Portugal oder Spanien.
Aber: Ein „Signing Fee“ (Handgeld) steht dem Ungaren nach den Branchenregeln auf jeden Fall zu. Satt im siebenstelligen Bereich. Und der dicke Brocken kommt erst noch, das Gehalt. Dzsudzsak soll in Moskau bisher fünf Millionen Euro Jahresgehalt kassiert haben.
Wir rechnen: Vier mal 5 Millionen plus Ablöse plus Handgeld – das ergibt irgendetwas zwischen 25 und 30 Millionen Euro als Gesamtpaket. Die Hälfte davon könnte Hertha im besten Falle gerade mal so stemmen. Ob der Dardai-Faktor so viel ausmacht?
Oder die Zeit löst das Problem: Im Winter würde die Ablöse wegfallen und eventuell haben Hertha und Dardai neue, bessere Argumente. Siege, Punkte, Euphorie. Auch das kann Spieler locken – sprich: billiger machen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com