Bahn zerschmilzt im Chaos DB kriegt Probleme nicht in den Griff. Regierung kannte diese angeblich lange

Mit Schwitzplatz-Garantie

Christian Wiermer D. AMARELL
Lesezeit 2 Min

Berlin - Die Hitze-Pannen bei der Bahn - schon 40 Züge mussten gestoppt werden. Und der DB-Konzern kriegt die Probleme nicht in den Griff.Und heute drohen wieder Temperaturen um die 35 Grad...Dabei kam gestern raus, dass die Klimaanlagen in den Zügen nur auf 32 Grad ausgelegt sind. Das musste die Bahn gegenüber dem Eisenbahnbundesamt einräumen.So wird die Pannen-Serie zum Polit-Zoff im Bundestag. Wahrscheinlich werden sogar die Mitglieder des Verkehrsauschusses nächste Woche zu einer Sondersitzung aus dem Sommerurlaub zurückgeholt. Die SPD will sogar einen Untersuchungsausschuss.Es geht auch um die Frage: Was wusste die Bundesregierung? Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) hatte in einem Interview gesagt, die Probleme mit den ICE 1 und ICE 2 seien "seit Langem" bekannt gewesen. Später ruderte das Ministerium zurück: Von den Problemen mit der Klimaanlage habe man nichts gewusst - nur, dass es generell Probleme mit der Bordelektronik gebe.In der Sondersitzung soll die Deutsche Bahn den Abgeordneten Rede und Antwort stehen. CDU-Verkehrspolitiker Thomas Jarzombek zum KURIER: "Wir wollen von der Bahn wissen, ob die Generalüberholung der jetzt betroffenen ICE nach über15 Jahren nicht zu spät ist. Es gibt nämlich starke Indizien, dass diese eigentlich schon im letzten Jahr hätte erfolgen müssen." Der Verdacht: Die Überholung wurde verschoben - aus Kostengründen!Pannen wegen der Sparpolitik für den Börsengang? "Es ist ein Stück aus dem Tollhaus, wenn wir seit Tagen bei 38 °C schwitzen und die Bahn erst jetzt merkt, technisch gar nicht mithalten zu können", schimpft Grünen-Fraktionschefin Renate Künast gegenüber dem KURIER. "Achsen, Bremsen, Klimaanlagen - jahrelang wurde an Sicherheit und am Komfort für die Kunden gespart. Wenn die Bahn schon ab 32 °C aus der Spur geworfen wird, muss was im Management und der Prioritätenumsetzung falsch sein."Und was sagt der DB-Konzern? Er schiebt die Schuld aufs Wetter! Der Sonderbeauftragte Georg Brunnhuber zu stern.de. "Zum Zeitpunkt der Planung ist niemand davon ausgegangen, dass wir Temperaturen von mehr als 35 Grad haben."Übrigens, die ersten Fahrgäste des überhitzten ICE von Hannover nach Köln, in dem 44 Menschen kollabierten, haben Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung gegen den Zugchef erstattet.------------------------------

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