Bärbel Pritzel, die langjährige Assistentin der Chefredaktion des Berliner KURIER, hätte gelacht und gesagt: Ja! Unbedingt! Bitte! Seid nicht traurig, feiert das Leben.
War sie doch die Spezialistin in Sachen, das Leben zu feiern, weil sie es genoss und liebte. Sie wusste aber auch: Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.
Und jetzt ist sie nicht mehr. Plötzlich ist da eine Riesen-Lücke, weil sie eben nicht mehr an diesen, ihren Schreibtisch zurückkehren wird, an dem sie seit 1986 saß, Chefredakteure hat kommen und gehen sehen. Ihr Lachen blieb.
Sie, die alle Geschichten aus der Redaktion kannte, viele wie Geheimnisse wahrte, andere lachend zum Besten gab oder lässig kommentierte.
Sie war die Mutter der Kompanie. Die Seelentrösterin, Mutmacherin, die Humorvolle und Liebevolle, die aber auch ihre Meinung sagte, sich den Mund nicht verbieten ließ und sich schützend vor ungerecht behandelte Kollegen stellte. Immer herzlich, heiter, aufopfernd und ausgeglichen. Eine Seele eben.
Jetzt ist diese Seele nicht mehr unter uns und hat bei vielen, die sie kannten, Sprachlosigkeit und Trauer hinterlassen, aber auch Wut, Wut darüber, dass es diesen furchtbaren Krebs gibt. Dass er sie nur hat 57 Jahre alt werden lassen.
Als sie vor mehr als einem Jahr die Diagnose bekam, erlebten sie einige nicht mehr so optimistisch. Sie ahnte, dass es diesmal schlimmer werden wird. Nicht so wie vor 16 Jahren, als sie die heimtückische Krankheit das erste Mal wie eine Löwin bekämpfte. Diesmal war es ernster.
Natürlich hat sie sich dagegen aufgebäumt, sich einer Prozedur nach der nächsten unterzogen. Denn sie wollte weiter unter uns sein und unbedingt die Geburt ihres Enkels Paul noch erleben. Dieser Wunsch wurde ihr erfüllt. Doch dann wurde ihr Körper immer schwächer. Bis sie nicht mehr konnte.
Ihre Tochter bat uns, ihr ein paar Worte über ihre Mutter zu sagen, was sie uns bedeutet hat. Es gibt unzählige. Und manchmal finden auch Journalisten nicht mehr die Worte, die ausdrücken können, wie wichtig uns dieser Mensch war.
Dass wir, die Redaktion, dankbar sind, sie so lange im Team gehabt zu haben. Dass sie eine Bereicherung, ein Anker, ein Engel war. Dass wir sie immer in unserem Herzen bewahren. Und dass es uns eine Ehre ist, ihren letzten Wunsch zu erfüllen: Wir werden nicht in Schwarz bei der Trauerfeier erscheinen, weil sie wollte, dass wir sie feiern.
Das machen wir, liebe Bärbel.
Dein KURIER-Team
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com