In Babelsberg können sie es noch immer nicht fassen. Studioboss Christoph Fisser musste die traurige Nachricht in die Welt rausschicken: „Wir sind fassungslos, bestürzt und tieftraurig. Die deutsche Filmlandschaft verliert einen der größten Filmproduzenten und leidenschaftlichsten Geschichtenerzähler, der wie kein anderer wusste, wie man Zuschauer begeistert. Kino war sein Leben.“ Und weiter: „Viel zu früh müssen wir Abschied nehmen ... Unsere Gedanken sind bei seinem Sohn, seinen Eltern, der gesamten Familie und allen Menschen, die ihn so sehr geliebt haben wie wir.“
Untröstlich: Ute Werler, die Freundin des verstorbenen Erfolgsproduzenten.
© imago images / Photopress Mülle
Dass Zickler überhaupt Produzent wurde, ist einer Kuriosität zu verdanken, seiner Farbenblindheit. Bei der Armee erkannte man schnell, dass er am Bildschirm Flugzeuge der Nato und des Warschauer Pakts nicht auseinanderhalten konnte. Da hatte der Soldat allerdings schon die Eignungsprüfung an der Filmhochschule Babelsberg bestanden. Die Konsequenz: Zickler verlor seinen hart erkämpften Studienplatz für Kamera, durfte dann aber doch noch als Aufnahmeleiter-Gehilfe anfangen.
Ein herber Verlust dürfte sein Tod auch für Til Schweiger (55) sein. Beide hatten sich 1995 kennen- und schätzen gelernt. Schweiger wollte eine eigene Firma gründen und endlich einen Film produzieren. Sein Drehbuch haute Zickler um. So entstand „Knockin’ on Heaven’s Door“, der allererste Schweiger-Zickler-Streifen. Es war der Beginn einer über 20 Jahre dauernden kollegialen Freundschaft.
Premiere von „Honig im Kopf“: Zickler mit Dieter Hallervorden und Til Schweiger (v. re.).
© imago/APP-Photo
An der Seite von Schweiger drehte Zickler eine ganze Reihe schwer erfolgreicher Kinofilme, darunter „Barfuss“ (2005), „Keinohrhasen“ (2007), „Kokowääh“ (2011/2013) und „Honig im Kopf“ (2014). 2017 gründete Zickler die Produktionsfirma Traumfabrik Babelsberg. Damit sollten in einer für das Studio wirtschaftlich äußerst schwierigen Zeit bevorzugt deutsche Kinofilme entwickelt werden. Die Romanze „Traumfabrik“ (2019) mit Emilia Schüle war die erste Eigenproduktion. Zuletzt hatte Zickler gemeinsam mit Sony/ATV die Verlagsedition Traumfabrik Babelsberg ins Leben gerufen. Das Joint Venture beriet die gleichnamige Filmproduktionsfirma musikalisch.
Schauspieler Thomas Heinze verabschiedete sich im Internet von seinem geschätzten Kollegen: „Lieber Tom, ich werde deine Geschichten, deinen Humor und dein unfassbar großes Herz schmerzlich vermissen!“ Wir sicher auch.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com