Ausbildungsstart

Azubis aufgepasst: So sparen Lehrlinge bis zu 400 Euro bei der Krankenkasse

Mit dem Start ins neue Ausbildungsjahr beginnt für viele Jugendliche auch die eigene Krankenversicherung – und dabei lässt sich sparen.

Foto von Autor/Autorin: Norbert Koch-Klaucke
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Eine Auszubildende bei den Berliner Wasserbetrieben: Schon für Lehrlinge ist es wichtig, die richtige Krankenkasse zu wählen. Das kann viel Geld sparen.

Eine Auszubildende bei den Berliner Wasserbetrieben: Schon für Lehrlinge ist es wichtig, die richtige Krankenkasse zu wählen. Das kann viel Geld sparen.

© Maurizio Gambarini/imago

Das erste Lehrjahr hat begonnen. Das erste selbstverdiente Geld ist da. Mindestens 724 Euro brutto gibt es im ersten Ausbildungsjahr – Pflicht-Mindestlohn für Azubis. Nicht viel. Daher ist es gut, wenn man als Lehrling an anderer Stelle sparen kann – etwa bei der Krankenkasse. Wer die richtige Kasse wählt, spart bis zu 400 Euro über die Lehrzeit.

Warum zahlt nicht jeder Azubi gleich viel?

Grund: Neben dem Basisbeitrag von 7,3 Prozent, den sich Betrieb und Azubi hälftig teilen, erhebt jede Krankenkasse einen eigenen Zusatzbeitrag. Er liegt im Schnitt bei 2,9 Prozent, schwankt zwischen den rund 95 Kassen aber erheblich – und wird ebenfalls hälftig vom Lohn abgezogen.

Welche Kasse passt zum ersten Azubi-Gehalt?

Zum Ausbildungsstart gilt das Sofort-Wechselrecht: Die Kasse lässt sich frei wählen, unabhängig davon, wo Eltern oder frühere Arbeitgeber versichert waren.

„Da die Beiträge direkt vom ersten verdienten Euro abgezogen werden, sollten neue Lehrlinge die Wahl ihrer Kasse nicht dem Zufall überlassen“, sagt Thomas Adolph, Geschäftsführer des Vergleichsportals gesetzlichekrankenkassen.de.

Über 90 gesetzliche Krankenkassen gibt es in Deutschland. Da hat man auch als Lehrling die Qual der Wahl.

Über 90 gesetzliche Krankenkassen gibt es in Deutschland. Da hat man auch als Lehrling die Qual der Wahl.

© Jens Kalaene/dpa

Wie groß ist der Unterschied in Euro?

Rechenbeispiel: Eine angehende Kauffrau für Büromanagement aus Berlin-Hellersdorf, Jahrgang 2008, verdient im ersten Lehrjahr 724 Euro brutto. Zusatzbeiträge reichen am Markt derzeit von rund 1,0 bis knapp 4,0 Prozent. Beim günstigsten Anbieter zahlt sie gut 3,60 Euro im Monat selbst, beim teuersten fast 14,50 Euro – rund 130 Euro Unterschied im Jahr, über die Lehrzeit oft mehr als 400 Euro.

Ein Irrglaube hält sich dabei hartnäckig: Weil meist nur der Durchschnittswert von 2,9 Prozent kursiert, denken manche Azubis, jede Kasse verlange denselben Zusatzbeitrag. Tatsächlich legt ihn jede Kasse einzeln fest – ein Vergleich lohnt sich deshalb immer.

Für wen lohnt sich der Wechsel nicht?

Nicht jeder Azubi ist betroffen: Wer weiter unterhalb der Familienversicherungsgrenze verdient, etwa bei einer Teilzeitausbildung, bleibt kostenfrei mitversichert. Wer wechselt, sollte auf Bonusprogramme achten – manche Kassen bezuschussen sogar Fitnessstudios.

Fazit: 724 Euro Lohn stehen jedem Azubi im ersten Lehrjahr zu. Bis zu 400 Euro zusätzlich sparen können nur jene, die vorher Beitragssätze und Bonusprogramme vergleichen.

Muss ich mich als Azubi selbst um die Krankenkasse kümmern?

Ja, mit Ausbildungsbeginn endet die Familienversicherung meist automatisch, sobald das Gehalt über der Geringfügigkeitsgrenze liegt. Dann müssen Sie selbst eine Kasse wählen, oder der Betrieb fragt danach.

Kann ich die Krankenkasse während der Ausbildung noch wechseln?

Ja, ein Wechsel ist jederzeit mit zwei Monaten Kündigungsfrist zum Monatsende möglich. Wer einen Zusatzbeitrag-Anstieg vermeiden will, sollte Angebote regelmäßig vergleichen.

Zahlen Azubi und Betrieb wirklich denselben Beitragsanteil?

Ja, Basis- und Zusatzbeitrag werden hälftig zwischen Betrieb und Azubi geteilt. Nur unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze entfällt der Eigenanteil.

Wer jetzt startet, sollte Zusatzbeiträge und Bonusprogramme mehrerer Kassen vergleichen, bevor die Anmeldung unterschrieben wird – das spart vom ersten Gehalt an bares Geld.

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