Bei Niedrigwasser

Rätsel im Rhein! Autowrack mit Menschenknochen entdeckt

Das Rekord-Niedrigwasser hat bei Königswinter ein Autowrack freigegeben. Nach der Bergung tauchen menschliche Knochen auf. Ein Fall für die Kripo.

Lesezeit 3 Min
Die Überreste eines alten Kleinwagens werden aus dem Rhein geborgen.

Die Überreste eines alten Kleinwagens werden aus dem Rhein geborgen.

© Polizei Duisburg/dpa

Der Rhein führt so wenig Wasser wie nie – und gibt frei, was jahrzehntelang auf seinem Grund lag. Bei Königswinter zogen Einsatzkräfte einen verrosteten Kleinwagen aus dem Fluss. In dem Wagen und rundherum lagen menschliche Knochen. Die Bonner Kriminalpolizei versucht seitdem herauszufinden, wem sie gehören.

Autowrack im Rhein: Fiat lag wohl Jahrzehnte im Wasser

Entdeckt wurde das Fahrzeug am 3. August an einer Slipstelle für Einsatzboote in Königswinter bei Bonn, wie die Polizei Duisburg mitteilte. Am 18. August zog das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt die Überreste mit einem Bagger an Land.

Es handelt sich um einen Fiat 126, vermutlich aus einer Baureihe, die zwischen 1976 und 1984 produziert wurde. Der Kleinwagen war so stark korrodiert, dass sich kein Hinweis auf den letzten Besitzer fand. Nach Einschätzung der Polizei lag er viele Jahre im Wasser, womöglich Jahrzehnte.

Knochenfund aus dem Rhein: Gibt es einen Vermisstenfall?

Auf die Knochen stießen die Einsatzkräfte erst nach der Bergung: zunächst einzelne Stücke, an den folgenden Tagen weitere Fragmente. Sie lagen im Wrack und in unmittelbarer Nähe, wie ein Sprecher der Bonner Polizei mitteilte. Dass sie menschlichen Ursprungs sind, bestätigte die Polizei dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die Knochen liegen jetzt in der Kölner Rechtsmedizin. Dort soll geklärt werden, ob sich noch DNA gewinnen lässt. 

Hinweise auf einen Vermisstenfall, der zu dem Autowrack passen könnte, gibt es bislang nicht. Auch ob die Fragmente von einer oder von mehreren Personen stammen, ist offen. „Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, weil es schon so lange zurückliegt“, sagte der Polizeisprecher.

Niedrigwasser im Rhein legt immer mehr frei

Der Rhein führt in diesem Sommer so wenig Wasser wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Pegel Köln wurde der Rekordwert von 69 Zentimetern aus dem Oktober 2018 unterboten, am 11. August zeigte die Messstation 55 Zentimeter. Freigelegt wurden zuletzt auch Schiffswracks, Weltkriegsmunition und mögliche Reste eines römischen Hafens.

Die Überreste eines alten Kleinwagens liegen nach der Bergung aus dem Rhein auf dem Trockenen.

Die Überreste eines alten Kleinwagens liegen nach der Bergung aus dem Rhein auf dem Trockenen.

© Polizei Duisburg/dpa

Und ein zweites Auto wurde freigelegt: Bei Rhein-Kilometer 710 nahe Köln barg die Polizei am 12. August einen Toyota Yaris. Der war 2014 gestohlen worden – und lag zwölf Jahre im Fluss.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema