Der spektakuläre Jugendstil-Bau ist bereits eingerüstet, Arbeiter tragen Baumaterial hinein. „Wir haben einen Mietvertrag mit dem Haus Jandorf abgeschlossen“, bestätigt Silke Walters, eine Sprecherin der Stuttgarter Daimler AG. Ein Hotelier aus Frankfurt/Main hatte das Gebäude nach der Wiedervereinigung von der Treuhand gekauft.
Doch zu dem geplanten Komplettumbau kam es nie. Der neue Eigentümer hatte das Gebäude über Jahre nur für zeitlich befristete Veranstaltungen vermietet – zum Beispiel für die Fashion Week oder extravagante Fotoausstellungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel präsentierte hier im Bundestagswahlkampf 2017 das „begehbare Wahlprogramm“ der CDU.
Digitaler Schnickschnack und Mitte-Hipster
Nun sollen die Stuttgarter Wagenbauer hier die Autos der Zukunft präsentieren. Dazu dürften auch der Elektroantrieb und allerlei digitaler Schnickschnack gehören. Genauere Pläne wollte die Daimler-Sprecherin noch nicht mitteilen. Klar ist, dass sich Mercedes-Benz hier in eine Gegend begibt, die heute von Mitte-Hipstern dominiert wird.
Ältere Berliner werden sich aber daran erinnern, dass in dem Kaufhaus-Gebäude einst auch das Modeinstitut der DDR untergebracht war. Zahlreiche Textilkollektionen – von der Bademode bis zum Sommeranzug – wurden hier entworfen. Allem Rohstoffmangel zum Trotz.
Nun also Mercedes-Benz. Angebliche Laufzeit des Mietvertrages: 30 Jahre. Einen Riesen-Mercedes-Stern wird es auf dem Dach aber nicht geben. Da geht der Denkmalschutz vor.
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