Hertha-Trainer Pal Dardai war nach dem Spiel bedient, mit seiner Kritik am Team hielt er sich eine Woche vor dem Schlager gegen Borussia Dortmund im Berliner Olympiastadion aber zurück. „Natürlich bin ich enttäuscht, wir hatten vier, fünf Riesenmöglichkeiten. Aber die Konter saßen nicht. Das Tor war unnötig, der HSV war einen Tick aggressiver. Das muss man akzeptieren - Gratulation“, sagte der Ungar bei Sky.
Von Nachwirkungen des 0:8-Debakels in München und dem Pokal-Aus gegen Borussia Mönchengladbach war beim HSV nichts zu sehen. Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol war von Beginn an höchst engagiert und mutig bei der Sache. Der Coach ersetzte den verletzten Innenverteidiger Mergim Mavraj durch Gideon Jung, Johan Djourou saß wegen eines Infektes nur auf der Bank.
Die auswärts zuletzt harmlosen Berliner forderten die HSV-Defensive im 250. Bundesligaspiel von Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic in der ersten Halbzeit nur selten. Stattdessen war die Gäste-Abwehr vor allem in der ersten halben Stunde häufiger gefragt, auch wenn es nur zwei kritische Situationen im Hertha-Strafraum gab.
Hertha in Hamburg
Das Ende aller Hertha-Hoffnungen: Ekdal versenkt den Ball zum 0:1. Torwart Jarstein hat keine Chance, Brooks und Langkamp (v.l.) kommen zu spät.
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Marvin Plattenhardt (2.v.r.) ist wie Vedad Ibisevic (r) total bedient.
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Weil Marvin Plattenhardt sich von Bobby Wood den Ball abjagen lässt anstatt die Kugel einfach wegzuhauen, verliert Hertha auch in Hamburg. Es ist schon die sechste Auswärtspleite in Folge.
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Per Skjelbred (r.) haut sich immer voll für Hertha rein.
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Ratlose Gesichter bei den Herthanern nach Spielschluss.
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Berlins Sebastian Langkamp versucht vergeblich, Kyriakos Papadopoulos (HSV) am Kopfball zu hindern.
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Nach einem Zweikampf zwischen Marvin Plattenhardt und Aaron Hunt entschied Schiedsrichter Felix Brych nicht auf Elfmeter (15.). Kurz darauf passte Hunt maßgerecht auf Nicolai Müller, der allein vor Hertha-Torwart Rune Jarstein am blitzartig reagieren Norweger scheiterte (19.). Insgesamt versäumten es die Hanseaten in der ersten Hälfte, sich für ihren Aufwand zu belohnen.
Kurz vor der Pause hatte der bereits verwarnte Niklas Stark Glück, dass er nach einem Einsteigen gegen HSV-Stürmer Bobby Wood nicht vorzeitig vom Platz musste. Trainer Pal Dardai nahm Stark kurz nach Beginn der zweiten Hälfte vorsichtshalber vom Feld.
Die Hamburger blieben auch nach Wiederbeginn die aktivere Mannschaft, ohne sich aber zunächst zwingende Möglichkeiten zu erarbeiten. Insgesamt verflachte das Niveau zusehends, auch weil von den Berlinern weiterhin offensiv trotz aller Bemühungen kaum etwas zu sehen war. HSV-Torwart René Adler war praktisch nicht gefordert, seine Kollegen konnten sich ihrerseits kaum noch einmal gegen die kompakt stehenden Berliner durchsetzen. Mit einem Schuss von Müller hatte Jarstein diesmal weniger Mühe (64.).
Die erste wirklich gute Hertha-Möglichkeit vergab bei einem Konter Jubilar Ibisevic fahrlässig durch einen ungenauen Pass (67.). Ein von Kyriakos Papadopoulos noch abgefälschter Schuss von Vladimir Darida zischte knapp am Tor vorbei - Adler hätte keine Chance gehabt (75.). Wenig später durften die 44 445 Zuschauer jubeln, als Ekdal nach Zuspiel von Hunt direkt traf. (dpa)
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