„Natürlich ist das scheiße. Das ist einfach nur bitter, dass wir auswärts wieder nichts geholt haben. Wir haben in der ersten Halbzeit einfach zu naiv gespielt. Wir waren in den Situation bei den Gegentoren nicht hundertprozentig da. Das hat uns das Genick gebrochen“, so deutlich und mit viel Frust schilderte Defensivspezialist Niklas Stark sieben Minuten nach dem Abpfiff die Klatsche.
Das Spiel war eigentlich schon nach sechs Minuten entschieden. Kölns Japaner Yuya Osaka konnte völlig ungehindert aus 20 Metern abziehen und der Flatterball flog ins rechte Toreck zum 1:0. Hertha war in dieser Phase völlig von der Rolle. „Wir waren einfach nicht gut genug. Da war jeder Schuss ein Treffer. Das waren zu viele Geschenke“, gab Per Skjelbred zu.
Nach 30 Minuten ist bei Herthas Salomon Kalou nach einem Tritt von Pawel Olkowski alles vorbei. Per Skjelbred kann da auch nicht mehr helfen.
© City-Press GbR
Kölns Torjäger Anthony Modeste nahm dankend an. Flanke Osaka und der bullige Franzose zog ohne Zögern zum 2:0 (35.) ab . Beim 3:0 (37.) noch ein lockerer Sololauf von Modeste und drin war das Ding. Spätestens da war die Partie gelaufen – nach nur 37 Minuten. Einfach nur ein blau-weißer Wahnsinn.
Trainer Pal Dardai machte in der Pause den Profis noch mal Mut. „Im Fußball gibt es doch immer wieder solche Geschichten, dass man einen Rückstand aufholt“, sagte Stark und schob fast entschuldigend hinterher: „Wir haben den Kopf nicht hängenlassen. Das muss man uns zumindest zugutehalten.“
Nach Foul von Kölns Keeper Tomi Horn am Herthaner Innenverteidiger kam das so erhoffte schnelle Tor. Den fälligen Elfmeter verwandelte Vedad Ibisevic zum 1:3 (50.). Doch nur 13 Minuten später entwischte Modeste wieder seinem Bewacher John Brooks und schob locker zum 4:1 ein. Brooks revanchierte sich mit einem Kopfball-Tor zum 2:4 (69.).
Pal Dardai dirigiert ohne Erfolg.
© City-Press GbR
Doch das änderte nichts mehr an der siebten Auswärtspleite in Folge. „Wenn wir weiter auswärts keine Punkte holen, brauchen wir nicht über höhere Ziele reden“, war Skjelbred angefressen.
Und was sagte Trainer Pal Dardai? „Wir haben die erste Halbzeit verschenkt. Ich habe unser Gegenpressing vermisst. Die zweite Halbzeit spricht für unsere Moral. Wir sind noch mal zurückgekommen.“ Mehr aber auch nicht. Zum Glück gibt es in 13 Tagen wieder ein Heimspiel – gegen Hoffenheim. Mehr Hoffnung daheim...
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com